Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 10 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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345 <* Der friedenskrieg. Von Dr. Isaac Breuer. ״Ich bin der Friede, auch wenn ich streite; sie sind der Krieg!' 1 Psalmen) Wie ein rasendes Unwetter ist dieser Krieg Uber uns gekommen. Besinnungraubend haben die Ereignisse sich Uberstürzt, und eh wir uns versahen, war das Schreckliche geschehen. Gestern noch in ruhiger Gewissheit unserer Daseinsbedingungen, sehen wir heute all das in Frage gestellt, worauf wir am sichersten gebaut hatten. Da ist die Zeit des Handeln» mul nicht dir 7aitdes Ueberlcgens; die Reflexion verstummt und Mars regiert die Stunde. Seltsamer Zufall: Zwei der grössten Friedensfreunde aller Zeiten, Frau v. Suttner und Jean Jaur&s, sind unmittelbar vor Ausbruch des Krieges der Erde entrUckt worden. Den entsetzliehen Zusammenbruch ihrer glühendsten HofTnungon haben sie nicht mehr erlebt. Zusammenbruch? Fast scheint es so. Unsere Kultur hat diesen Krieg nicht zu verhindern vermocht. E>v halten wieder einmal die Recht behalten, die alle ,Friedenssehwiirmer״ mit Spott und Hohn überschütteten, ihnen •len Blick für die Wirklichkeit absprachen und den Krieg als ewige Notwendigkeit deklarierten. Die Friedensfreunde schweigen; Haag ist vom Fluche der — liiicherliehkeit bedroht. — Zusammenbruch? Nein und nochmals Nein! Sie habet) keineu Grund zu verstummen, die Propheten des ewigen Friedens, lauter vielmehr als je können sie ihre Stimme erheben, die Stimme des Friedens, mitten im Weltkrieg, die Stimme der Zuversicht