Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 9 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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332 —t •נס dem ganzen Komplex der Gedanken und Gefühle, dam sie •!»gehört, wird jede Sitte lächerlich erscheinen; eingefügt in den Bund des Ganzen, wird keine Sitte den Adel ihrer Abkunft verleugnen. Zumal eine Sitte, die von massgebenden פוסקים nicht blos als מדת חסידות, als ein Zeichen besonderer Frömmigkeit, sondern als strikte, •!!gemeingültige Vorschrift bezeichnet wird. So spricht -— sich der R'3 über die Sitte des Kopfbedeckens mit folgenden Worten aus: •גדתו הרבי־ יונה נספר ד,—אה נתב וז־ל •כפוף קיסתו וישוח ראשו נ השנ־גהלםעלה שיאשו ולנן׳^נוךלנסות ראשו ואל יהיו! בגלוי הראש— סשסע דדץ גילו• הראש בדין קרסה זקופה דאסיי לגסיי אף נפחות סאינז אסות. It. Jona schreibt: ״Man beuge seine Haltung und neige sein Haupt, denn die Schecbina ist oberhalb des Hauptes; daher ist es richtig, sein Haupt zu bedecken uud mau zeige sich nicht mit entblösstem Haupte.“ Daraus gebt hervor, dass die Vorschrift bezüglich der Hauptentblössung gleichbedeutsam ist wie die betreff der aufgereckten Haltung, welch letztere selbst bei einem Weg von weniger als vier Kllen durchaus verbot^ ist“ Schon aus diesem einen Zitat könuen wir erkennen, mit welch tiefem Ernste das Heligionsgesetz selbst solch scheinbar —gleichgültige Ding», wie■üugseilicbrStilen ühüTMahierenTseinem Diktate unterwirft. Z1J^ jüdischen Ethik gehören eben auch die jüdischen Formen des Anstandes; und zeigt sich hier ein Gegen• satz zu den Anschauungen der gewöhnlichen Anslandsaoral, so mag auch das unbehaglich sein, wir sind aber^desbalb durchaus nicht berechtigt, die Anforderungen der jüdischen Ethik auf das unserem ״europ&ischen Kulturbedürfnis“ zusagende Hass zu reduzieren. Das gilt von der aufrechten Haltung sowohl wie von der hutlosen Mode. Die Forderung כסיף קישת■• וישוח ראשו• ist nicht bequemer als die Vorschrift לנסות 'אשי. Nur wird — und das ist der gauze Unterschied zwischen beiden Vorschriften — bei der Forderung, Haltung und Haupt zu beugen, iu unserer Gem&tsklaviatur eine verwandt« Taste berührt. Hier stimmt nämlich auch das all• gemeine Empfinden, auch unser ״europäisches Kulturbedürfnis“ zu, wenn die Beugung des Körpers als ein Ausdruck der Be• scbeideuheil geboten und ein stolzes Aufrecken von Hals und Kopf als eia Zeicheu des Hochmutes untersagt wurde, währen 1 wir das Bedecken des Hauptes als •ine altmodische Ghetto-Barität