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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 9 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
9 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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32» also das wahre Gesetz der Kurve auszusprccheu, wird jr doch niemals sagen können, wie in Wahrheit die Kurve verliuft, er wird nur erforscbeu und sagen können, wie sie verlaufen wäre, wenn immer nur ihr inneres Gesetz wirksam gewesen wäre, wenn jene Unstetigksitsecken nicht willkürlich angebracht worden wären. Und selbst Aber die Natur der Unstetigkeiten vermag er nichts auszusagen, ihr Vorhandensein nicht einmal su ahnen, und-selbst wenn von fremder Seite Aber sie ihnr berichtet würde, nur dann sie in Rechnung zu stellen und so der Wirklichkeit sich wieder zu nähern, wenn man ihn vollkommen über sie unter• richtete. Das aber bat die Thora bei den Unstetigkeiten, s. B. der Entseelungsflut, über die sie uns berichtet, mit nicbten getan. Wie es daher unmöglich ist, dass die freie Forschung, die die ewige Stetigkeit voraussetzen muss, uni überhaupt auf Vergangenes schliessen zu können, jemals, und käme sie der absoluten Wahr• heit, dem wahren Naturgesetz, noch so nabe, die von der Thora berichteten Unstetigkeiten bestätigen, etwa beweisen wird, dass wirklich die von der Thora überlieferten Wunder sich voll• zogen, wie also die freie Forschung so niemals die Wahrheit oder auch nur die-Annäherung an sie uns übermitteln wird über Vergangenheit der Erde und Entwicklung der Arten, also ist es auch dem jüdischen Forscher unmöglich, jemals solche von der Thora berichteten Tatsachen über Alter und Schicksal der Erde bei seiner Forschung zu berücksichtigen und in Rechnung zu stellen. Gleich allen anderen Forschern kann auch er nur Ergebnisse menschlicher Erfahrung verwerten und aus ihnen Schlüsse ziehen nach dem Prinzips der Stetigkeit. Glauben aber andere Forscher, je mehr sie dem wahren Gesetze sich nähern, desto mehr auch die Wahrheit zu kennen über Vergangenheit und Zukunft, Uber Verborgenes und Verhülltes, 80 wird er, der das Buch auch gelesen, in das Gott geschaut, eh' die Welt er erschuf, stets sieb bewusst bleiben, dass ihm niemals vergönnt ist, die Wahrheit zu finden in einer Welt von der es heisst: ויעסד .tx דוא אסר דחי הוא, dass er immer nur streben kann, das Problem zu löseu, wie das Schicksal der Welt sich ferner gestalten würde, was Uber ihre Vergangenheit wir annehmen müssten, wenu wirklich seit ihrer Erschaffung ihr Schöpfer nur der ,Alte der Tage* mehr wärm, der den stetigen Verlauf allen Werdeus nach den Gesetzen, die

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