Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 9 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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326 a vorausset zungslose* Wissenschaft gar vieles ,späteren Forschungen* zu überlassen gezwungen ist. Vollkommen verfehlt aber ist eine Vertröstung auf die Zukunft in solchen Fällen, in denen niemals der verheissene Ausgleich zwischen göttlicher Offenbarung und menschlicher Erkenntnis eintreten wird, eintreten kann. Wir meinen die Fälle, in denen die zweite der oben genannten Voraussetzungen tatsächlich nic'ht erfüllt ist, die Stetigkeit unterbrochen und damit jede Erforschung der Wahrheit unterbunden ist. Zu diesen Füllen zählt die Frage nach dem Alter der Erde, zählt so manche Lehre der Entwicklungstheorie. “Die Thora berichtet uns im Grunde über die Entstehung und Bildung der Erde recht wenig, und was sie berichtet, lässt sich in die Worte zusammenfassen: נעשרדי סאמיות נד-א רעולים, aus zehn willkürlichen, von einander und von jeder Ordnung unabhängigen göttlichen Schöpfungstaten, mathematisch gesprochen: aus einer Summe von lauter Unstetigkeiten setzt sich das Schöpfungswerk zusammen. — Eine freie Schöpfungstat, unabhängig von der Erschaffung und Entwicklung aller anderen Geschöpfe, war die Bildung de8 ersten Menschen. — Eino freie Schöpfungstat, eine Unstetigkeit par exellence, über deren Natur und Erst reck ungtbereich uns aber nichts bekannt istr noch jemals bekannt nein wird, war ond• lieh die ״Kntseelung durch Wasser*, bei der alles auf Erden Weilende erstarrte. — Nie nnd nimmer kann hier Forschungsergebnis und Offenbarung Ubereinstimmen. Und dränge die Wissenschaft noch so tief ein in das Wesen der Natur, und hätte sie die Wahrheit selber erkannt, ond wären Ihre Hypothesen keine Hypothesen mehr, sondern das ewig waltende Naturgesetz selber, niemals kann die Kegel Anakunft geben Ober die Ausnahme, das Gesetz nie einen Schluss gestatten auf die vollendete Ungesetzniässigkeit. Der Mathematiker kann durch immer genauere Erforschung des ihm vorgelegten Abschnittes einer Kurve immer genauer deren Gestalt in ihrer ganzen Erstreckung berechnen, wenn anders die Kurve stetig verläuft. Wenn es aber dem Zeichner der Kurve beliebt hat, willkürliche Ecken anzubringen, die im Gesetz der Kurve nicht begründet sind, und erst jenseits dieser Ecken die Kurve wieder ihrem inneren Gesetze folgen zu lasten, so wird der Mathematiker narhhet durch Betrachtung de» ihm vorliegenden Abschnittes, und kennte er ihn vollkommen, und wüsste er