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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 9 (1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
9 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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827 Widersprüchen nit f>eicr menschlicher Erkenntnis auch hier Nutzen zu ziehen sei, Veranlassung etwa gegeben •ei zur Ksvision und besseren Formulierung aufgestellter Hypothesen. Handelt es sich da nun um einzelne Tatsachen, die die ganzen Systeme nicht berühren, erwähnt z. B. die Thora das Vorkommen einer unbekannten Tieiarl, so ist es sicher wissenschaftliche — nicht ״religiöse* — Pflicht des jüdischen Forschers, diese sicher existierende Tierart aufzusuchen, uud unbestreitbar ist sein Verdienst, wenn er erfolgreich forschte. Stehen aber Tatsachen, welche die Thora uns übermittelt, im Widerspruch mit ganzen wissenschaftlichen Systemen, mit grundlegenden Hypothesen, so wäre es sicher wertloses, unwissenschaftliches Bemühen, wollte man durch künstliche Umdeutung der von der Thora ausgesprochenen ewigen Wahrheitan diese in das enge Qewand der Hypothesen zwängen, die selber 0 nur vorübergehende Gelluug haben. Doch auch der entgegengS8et&t$ Ausweg, die Aufstellung anderer, neuer Hypothesen zur Lösung dieser Widersprüche wäre verfehlt. Denn niemals bat die Thora Nalurerkenntnis um ihrer selbst willen offenbaren wollen, niemals kann und wird wahre Naturerkenntnis durch Mitteilung einzelner Tatsarhen offenbart werden. Wie in der Natur selber stetig sich alles vollzieht, also muss auch die Erkenntnis der Natur stetig sich entwickeln. Und 80\ werden nur d i 0 Fragen und Schwierigkeiten befruchtend wirken auf die Erkenntuis der Nalur, die aus ihrem Studium selber erwachsen. Gibt doch die Naturwissenschaft selbst bei Schwierigkeilen, welche die Unhaltharkeit einer Hypothese überzeugend dartuo, trotzdem diese roch nicht sofort auf, sondern sieht zunächst za, ob nicht doch tieferes Eindringen uud Forschen gestatten wird, das bislang Erprobte auch whiter heizubehallen. So sollte ' man auch bei Gegensätzen zwischen Thora und Nalurerkeuntnis, wenn sie im Fehlen der ersten am Bc.ginn dieses Aufsätze« genannten Voraussetzung ihre Ursache hat»en, wenn sie also durch immer noch mangelhafte Naturcrkeuutnis begründet sind, ruhig deren weitere Entwicklung abwarten, die sicher der Wahrheit, und also dem, was die Thora uns berichtet, immer näher kommen wird, der es dann auch gelingen wird, diesu Schwierigkeiten zu bebebou. Man mag das vielleicht eine Verfrostung auf die Zukunft nennen, man sollte absr eben nie vergessen, dass auch die

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