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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 9 (1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
9 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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325 Vorgänge aaf den nicht beobachteten nächstfolgenden oder vorher• gebenden zu schliessen, und diese Schlussweise beliebig oft zu wiederholen. Man sieht aber auch andererseits — wie ja auch selbstverständlich — dass ein Wunder, das ja die/Unstetigkeit, den ätetigkeit8sprung par exellence darstellt, ausserhalb jeder N&turbetracbtung tu bleiben hat. Denn ein Wunder — aSc — ist ein Vorgang, ,der rein aus dem freien, allmächtigen Willen, unabhängig von der bestehenden Ordnung der Dinge, und grösstenteils im Gegensätze zu ihnen“ (Kommentar zu Kxod. 15, 11) sieh vollzieht, ein Vorgang also, der eben nicht die Konsequenz des Früheren bildet, über den die stetige Natarbetrachtung nicht nur nichts auszusagen vermag, der vielmehr für ihre Schlussweise auch ein unübersteigbares Hemmnis bildet, wie wir das weiter unten noch näher erkennen werden. Während 80 die zweite Vor• aussetzung, soll überhaupt eine Forschungsmftglichkeit bestehen, immer als erfüllt zu gelten bat, ist dies bei der ersten, der Vor• aussetzung nämlich, dass der Zustand der Natur während einer gewissen Zeitdauer vollständig bekannt sei, infolge Begrenzt* heit menschlicher Erkenntnis und Heobacbtungsfähigkeit niemals der Fall. Wäre die erste Bedingung erfüllt, so wäre die Kntbüllung alles uns noch Verborgenen nur mehr ein mathematisches -Kccheneiempet. Denn die Vorgänge in der Natur auch ntir während eines kleinen Zeitraumes vollständig kennen, heisst auch das Gesetz kennen, das sie miteinander verbindet. Das Gesetz aber ist ewig wirksam. 0 והארץ בהנראס'crn תולדות: ,Die ganze Folgenreibe der Entwickelungen aus Himmel und Erde liegen in ihrar Erschaffung*, sind durch «las einmal ihnen eingepffanste Geaatz für alle Zeiten gegeben. Wir aber vermögen niemals das Gesetz vollkommen zu erkennen. Annäherungen an das wahre Gesetz sucht der Forscher abzuleiten, indem er die beobachteten Vorginge auf die einfachste und ungezwungenste Weise mit einander zu verbinden und dnrch einander zu begründen versucht, and eine solche Annäherung an das wahre, nie erkannte und ewig ver• borgest( Gesetz nennt er eine Hypothese. Wie aber das Gesetz den Schlusss von Bekanntem auf Unbekannte« gestattet, also auch die Hypothese, lind so bildet die zweite Voraussetzung, die ja schliesslich nur die ewige Geltung des gleichen Gesetzes für alle Zeiten ausspricht, den Prüfstein dafür, wie weit die erste Voraus-

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