Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 9 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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322 indem ich durch meine Zugehörigkeit mein Einverständnis mit ihrem Programm beweise. Um diesem doppelten כ*יע ייזיביי עני״ח zu entgehen, ist nach Hirsch der Austritt eine Notwendigkeit. Hollte aber nu in Austritt diesen Zweck nicht erreichen, denn ist er nicht nur ein Srh' «_׳ ins Wasser sondern was noch Bchliinmer ist, er täuscht mir die Illusion vor, das getan za haben was meine Pflicht war ohne dass dieses tatsächlich der Fall ist. So ahec_verhält es sieh br>r־dcTn־Rcvi8i0nsbegehreh des ,orthodoxen Vereins*. Per ,Austritt* m ltayern besagt keineswegs, dass derjenige, der im Sinne des ,orthodoxen Vereint‘ austrilt, nnm_ mehr—geldbeh—uud moralisch die neoFoge(}rossgemeinde nicht mehr sanktioniert. Die beiden anderen Forderungen de« ״orthodoxen Vereins“: Zentralkasse und Proporz machen den Austrittsgedanken völlig illusorisch. Durch die Zentralkasse wird der orthodoxe ,ausgetretene* Jude wiederum in Finanzzenicinschatt mit der Neologie treten. Pnrcb die Annahme einer Proporzliste wird der orthodoxe ,ausgetretene* Jude die Gleichberechtigung aller ,Kiehtungen* im Judentum anerkennen, so dass von dem ganzen ,Austritt* nichts Übrig bleibt als die llerechligung neben der Neologie auch mich orthodox sich eine orgellose Synagoge halten zu können, ohne dass die neologe Majorität das Uccht und die liefugnis bat dieselbe schlichten zu lassen, was ja an nu׳l für sich auch,wünschenswert ist;—Nur darf die Kneiclinng »JicSfs־ Zieles nicht mit der Schaffung einer Zentralkasse und der Krrichtung der Proporzwnhl erkauft werden, und vor Allem darf nmn die gesetzliche Duldung orlhodoxor Institutionen neben neologen mit finanzieller Gütergemeinschaft und Anerkennung einer ueologen Vorslnndsmajorilät nicht ״Austritt1־ nennen, und darf nicht verwundert sein, dass, wenn dieses ja geschieht, diejenigen, die unter ״Austritt“ das verstehen, was Hirsch darunter verstanden hat, gegen diese Itegriffsverwcchslung operieren. Als mein Freund nunmehr geendet hatte und mir durch die Publikationen des orthodoxen Vereins die liichtigkeit seiner Dar- Stellung aktenmässig bewiesen halte, ergriff ich resigniert mein Konzept mit dem Artikel tther die bayrische Pevisionsfrnge und überantwortete es dem Papierkorb in der weisen Selbsterkenntnis, dass man über eine Mache nicht schreiben kann, wenn über die Auffassung der •inzefnen Wörter derartige Verschiedenheiten ob-