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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 9 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
9 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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321 unabsehbare Konsequenzen für dia Gesammtjudenheit Bayerns befürchten, was ich aber nicht begreife ist Folgendes: Wie können Minner, die das Erbe S. R. Hirsch דל auf ihre Fahne geschrieben, einen Moment daran zweifeln, dass, wenn diesem Oeist die Frage Vorgelegen bitte, was zu tun sei, wenn in einem‘Lande eine kleine Minorität Orthodoxer sich in ihrem Gewissen bedrückt fühlen durch die Zugehörigkeit zur Grossgemeinde und dessbalb ein Aus• trittsgesetz anstreben, d&mit sie von diesem Gewissenszwang befreit werden und austreten können, andererseits aber zu be• fürchten sei, dass ein Teil der Orthodoxie dieses Landes dieses Austrittegeeets bloss als Mittel zur Erlangung von Konzessionen von seiten der Grossgemeinden missbrauchen würden, ob in diesem Falle die Ermöglichung des Austritts zu bekümpfen wäre,- ist es denn einem Kenner Hirsche zweifelhaft, dass er entschieden hätte, אל יאשר אדש לחברו השא נמב*ל?דזכד. חנירך, dass zunächst jeder bewusst orthodoxe Jude für eich und sein Haus zu 60rgen habe, dass er aus dem bisherigen unt-Zustande berauskomme, und die Verantwortung dafür, welche Konsequenzen andere Juden aus diesem Austrittsgesetz ziehen werden, eben diesen anderen überlasse. Mit anderen Worten: Ist der Austritt eioe 3ה*י für den Herrn X in Y, dann hat dieser Herr X diesen Austritt zu erstreben, sogar dann, wenn zu befürchten ist, dass der Herr Z. in Y oder anderswo auch nach Erlangung des Austrittsgeselzes nicht austreten wird. 80 sprach ich zu meinem Freunde. Zu meiner nicht geringen Verwunderung erklärte er mir, auch er — obwohl .Hirschiauer* sei ein Gegner der vom ,orthodoxen Verein* angestrebten Reri• sionsbewegung, um mir aber seine Motive begreiflich zu machen, holte er den IV. Band von Hirsch זיל ,Gesammelten 8chriften* vom Bücber-Regal und ersuchte mich nochmals die klassischen Prozesse des jüdischen Schuhmachers durchzulesen, den wir s. Zt. in der S. J. A. München vor ungefähr sieben Jahren gelesen hatten. Nach dessen Lektüre sprach mein Freund also: Die Gründe, die hier Hirsch für den Austritt angibt, sind doppelter Natur. Wenn eine Gemeinde neolog ist und ich gehöre ihr an, so unterstütze ick sie einmal dadurch, dass ich finanziell durch meinen Steuergroschen ihre snjüdiseben Beamten upd In• stitutionen fördere nnd zweitens unterstütze ich sie moralisch

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