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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 9 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
9 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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316 ג eines besonderen Schutzes im Gesetze/Dies soll ihm auch bleiben. Es läuft indes auf einen Missbrauch hinaus, wenn man aus diesem sicheren Gehege heraus religiöse Richtungen bekämpft, die einem wider den Strich gehen. In der Synagoge sind darum Jünger und Vertreter zum Schweigen verurteilt. Hier ist ihnen jede Möglichkeit genommen, ihren Standpunkt zu rechtfertigen und die Rl&ssen der gegnerischen Behauptungen aufzudecken. Hat aber ein Rabbiner wirklich das Bedürfnis, sein Publikum auch über die letzten und höchsten Fragen״ der Religion zu informiercn, wohlan,- dann habe er auch den Mut, die Kanzel mit dem ־־ Katheder ־zu-vertauschen. Dann wird auch Rede und Gegenrede zu ihrem Rechte kommen. Eines würde sich hierbei sofort heraus• stellen, dasjenige nämlich, was auf der Kanzel als eine Binsen• Wahrheit ausgegeben worden, ist tatsächlich weit davon entfernt, als eine solche zu gelten. Sind doch die hier in Betracht kom• menden Forscher und Gelehrten über die erwähnten Fragen keineswegs eines Sinnes. Ihnen kommt es auf ein paar Millionen Jahre mehr oder weniger hierbei gar nicht an, treiben damit ihr Spiel, wie es nur noch Kinder mit dem Fangball tun. Was nun gar wieder das fulminante Entwickclungsgesetz anlangt, 80 haben wir es'darin schon 80 weit gebracht, dass tnau n5cfisTens־fMt etiretr Preis für diejenige Predigt anssetzen könnte, in der diese Redens• art nicht mindestens zwanzig mal auftauchte. Ob wohl die Herren Prediger auch immer sich genau dessen bewusst sind, was sie sagen wollen? Ich konnte diesen Eindruck nie gewinnen und behalte mir vor auf die Sache in einem besondereh'Aufsatze zurück zu kommen. — Doch nun zurück zu jenem Steine in der Hermannshöhle, der zu diesen weit ausgreifenden vagen Verhandlungen den ersten Anstoss gegeben hat. Die gleichen Fragen drängten sich mir bereits vor Jahren gelegentlich einer Wände• rung im Harze auf. Ich machte bei einer Gelegenheit nämlich die Wahrnehmung, dass die Felsmassen eines ganzen Gebirgszuges die Struktur von versteinerten llolzmassen offenkundig zur Schaa trugen. Ich machte auch meinen Begleiter auf diese Erscheinung aufmerksam. Diese lag so offenkundig auf der Hand, dass sich ihr keiner entziehen konnte. Ohne zu den zünftigen Gelehrten auf dem hier in Ftage kommenden Gebiete zu gehören, konnte ich doch nicht umhin, mir meine Gedanken Uber das Geschaute

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