Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 8 (1914) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
8 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4900572-5964853-5964882--0324-4900883
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

302 erfolgen, er darf nicht mit der einen Hand geben, was die andere Hand nimmt, er darf die GrUnde, die ihn leiten, nicht in das Dunkel mystischer Begriffe kleiden, die sich suchen und fliehen, die sich decken und widersprechen — er muss mit einem Worte sich geben als das was er ist, und es ängstlich vermeiden, sein herbes Wesen durch Erzeugung eines milden, versöhnlichen, alles verstehenden und alles verzeihenden Scheines zu verschleiern, der ja schliesslich doch vor dem Lichte der einen, reinen, unteilbaren, - rücksichtslosen Wahrheit wie eitel Dunst zerfliesst. ■* ׳ Ein solch milder, versöhnlicher, alles verstehender und alles verzeihender Schein blinkt uns aus dem Wort ,glaubenstreu“ entgegen. Dieses Wort ist wie geschaffen, um das Gute, was § 2 durch die vorgesehene Auslese bezweckt, sofort im Keime zu ersticken. Nicht Jedermann taugt für das passive Wahlrecht in den deutschen Ortsgruppen der Agudas Jisroel. Ach, es giebt so viele, die nicht .gesetzestreu• sind und sich daher für die Leitung einer Agudab-Gruppe nicht eignen. Nur für die Mitglied* schaft zur Agudah reicht der Grad ihrer Thoratreue aas. Nun könnten aber diese armen Thoratreuen mit Note II durch den Hannstrabi, der sie aus der Schar der zur passiven Wahl Beverdrängt, sich derart in ihrer Ehre verletzt führen, dass sie wenig Neigung hätten, Mitglieder eines Verbandes zu sein, der ihnen die wichtigsten Gemeinscbaftsrechte versagt Sie könnten aufhegehreu und sprechen: Wenn wir euch nicht fromm genug sind, dann wollen wir auch keine Mitglieder der Agudah sein. Anstatt nun ihre Gemüter etwa nut folgenden Worten zu be• schwierigen: .Es tut uns aufrichtig leid, dass eure Frömmigkeit nicht derart ist, dass wir euch zu Führern der Agudah machen können, aber wartet doch ab, tretet zunächst einmal als Mitglieder cm und arbeitet mit, die jeweiligen jüdischen Gesamtheitsaufgaben im Geiste der Thora zu lösen, vielleicht über Jahr und Tag, wenn auch an euch das altbewahrte״ Wort דיכא— •*יד, ר־ד־ן ל*דיטב .das Liebt der Thora führt zum Guten zurück“ sich bewahrheitet haben wird, werdet ihr reif für das passive Wahlrecht der Agudah sein-heute, so leid es* uus ist, müssen wir lebhaft bedauern-“ anstatt »o, mit solch orteneu, graden und ehrlichen Worten das l’rmzip der Agudah auch denen gegenüber zu vertreten, die noch nicht reit sind, um an leitender Stelle das Schicksal der Agudah

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.