Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 7 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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269 Literarisches. ״Aastrlttsaplel“, Offener Brief von Kommerzienrat Sigmund Fraenkel in München an Herrn Rechtsanwalt Dr. |ur. Isaac Breuer in Frankfurt a. Fl. — Frankfurt a. M. 1914, in Kommission bei | Kauffmann. — 46 Seiten Groß- Oktav, Ladenpreis: 60 Pfg Hin interessantes Schmihschriftchen. Verfasser legt Wert da• rauf, auf Seite 6 bekannt zu geben, er sei nur ein ״einfacher Wollhändler^ Diese Hervorhebung ist nieht ganz überflüssig: Nach dem Ton, den das־ Schriftehen hie und da anschlägt*), wäre man sonst gar zu leicht geneigt gewesen, eher die Autorschaft eines Anderen, denn eines Wollhändlers zti diagnostizieren, liegenüber der runden Erklärung des Verfassers kann diese Diagnose natürlich nicht aufrecht erhalten werden. — Die fleiUigo Arbeit ist recht gewandt geschrieben, und nur ab und zu erinnern einige ungelenke Redewendungen an die banausische Tätigkeit des Autors. — Wie natürlich, steht die Person des Dr. Isaac Hreuer im beherrschenden Mittelpunkt der Abhandlung. Doch kann man nicht behaupten, dal) Verfasser in der Würdigung dieser Person zu wissenschaftlicher Klarheit sich durchzuringen vermocht hat. Auf Seite 46 ist ihm Hreuer seitens der Vorsehung ״mit kostbaren (iahen des (icistes, mit Wissensfülle, mit der Eignung zu formvollendeter stilistischer Ausdrucksweise begnadet“. Allein auf Seite HS kommt er nach überaus tiefen Meditationen zu dem niederschmetternden Ergebnis, dal) Hreuer keine genügende t^ualiflkation zum bayerischen Minister besitze, ja dal) der angeblich von Hreuer vorgetragene neue, gesetzgeberisch(‘ Vorschlag ,jedem bayerischen Referendar, der ihn im Assessorexamen befürwortete, einen glänzenden Durchfall unbedingt sichern würde“. Das ist unlogisch. Man kann es dem Verfasser nicht glauben, dal) die (inadenfülle der Vorsehung nicht einmal fürs Assessorexamen ausreichen sollte. Irgendwo mul) da ein Kehler stecken Verfasser ist in seiner Schrift entsetzlich aufgeregt. Du die gegenwärtige Lage des Wollmarkts diese Aufregung keineswegs rechtfertigt, mul) man nach tiefer liegendenfiründen schürfen. Man geht wohl nicht fehl, wenn man vermutet, dal) Verfasser sich über den Artikel *) Verlasse!• erklirt z B. am Schluß, mit ״solchen Leuten" wie Dr Breuer nicht diskutieren zu wollen! Bloß Briefe schreibt er an ihn'