Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 7 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
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268 ethische Ueherlegung in feste Hahnen zu lenken. Im Kommentar zam 8. B. M. S. 15 wird die ganze Einrichtung der שמינה beim Opfer aus dem Gedanken dieser Zweiteilung des Individuums entwickelt. Was hindert uns anzunehmen, dass er auch dem Ausspruch von ־ב zugrunde liegt? Auch in der Einsamkeit, auch בחדי־י חדרים soll man zweideutige Handlungen unterlassen. Es sieht Niemand zu? Es genügt, wenn der Ausübende davon weiss, um sie zu .verbieten. .-Nicht auf den Eindruck auf Andere, der subjektiv verschieden sein kaun, auf den objektiven Charakter der Zweidcutigkeil selbst kommt es an. Wie verträgt sich's aber mit dieser Anschauung, wenn תישי zu Chulin 41a bemerkt: I>er Mischnasatz, wonach es erlaubt ist, נירא בתיך ביתי zu machen, obwohl es בתזיק verboten ist, widerspreche nicht dem Grundsatz von ־ב, weil ה־ואה תזעותזיי. בביתו אוד־ לנק־ הצ־ו היא צ־יך, weil hier die Möglichkeit, des Augenscheins durch eine naheliegende l>eutung, welche der Zuschauer dem wahrgenommenen Vorgang geben werde, verhindert wird? I'araus geht doch offenbar hervor, •lass dem Grundsatz von :־ der Gedanke zugrunde liegt: auch der Einsame kann selbst נה־־י הי־־יש von einem fremden Auge bei einer zweideutigen Handlung ertappt werden — was unserer Hypothese von der Zweileilung des Individuums widerstreiten würde. In Wirklichkeit ist aber der Satz: ד,־•אה תזעיישת בניתי איד־ יני nichts anderes als eine rmfnriiiung jene״ Idee von der Zwiespältigkeit des Einzelnen in ein deutliches, konkretes, praktisch handliches Bild: das Iiulivjduuiu, das in der Theorie doppelt gedacht wird, kann — wenn au!־h 111 der Praxis diese Theorie aufrecht erhalten werden soll — tatsächlich nur so behandelt werden, als ob es in der Einsamkeit jeden Augenblick von fremden Augon überrascht werden könnte. Natürlich, darf niemals ander acht gelassen werden, daU diese Zwiespältigkeit des Individuums in jedem Kinzelfatl das Produkt einer jedesmaligen ethischen ( herlegung der llalacha ist; sie haftet dem Individuum keineswegs als eine natürliche, ursprüngliche Eigenschaft an: denn sonst wäre nicht einzusehen, warum die llalacha den Satz des ־נ nur auf אישי*• ־אי־־יהא beschränkt. U. B.