Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 7 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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258 <le8 Wortes* durchaus kennt, dass also die äittengesetze der Tbora in durchaus analoger Weise begründet werden können wie die Gesetze jeder anderen Wissenschaft. Es wäre ja auch auf• fallend, wollte die Thora von einem Volke, dem sie selber das Zeugnis ausstellt (רק עש הכם ונבון הגוי הגדול הזה (דבי״ש ד־ ו־, dass_.es zu klarer wissenschaftlicher Erkenntnis höchstbefähigt sei, dem sie selber vorschreibt, sich auch der Wissenschaft zu widmen, die mit ain meisten auf einmal erkannten Wahrheiten in strengster Gesetzmässigkeit sich aufhaut — wir meinen die Astronomie — (זהו חיש־: תקוש־ת ומזלות (•*בת עיה (das.) כי היא חכסתכש ובינתבש — wollte die Thora von eheii diesem Volke verlangen, dass es bei Erkenntnis ihrer seihst alles vergessen solle, was es gelernt an wissenschaftlicher Voraussetzungslosigkeit und Skepsis, an klarer Denkweise und logischer Konsequenz. Auf einmal erkannten Wahrheiten haut sich das stolze Gebäude jeder ernsten Wissen* Schaft auf zu immer wachsender Höhe. Generationen bauen daran, eine auf den Schultern der anderen stehend. Doch wenn auch jede Generation von den Altvordern übernimmt, was jene gefunden und aufgebaut, wenn auch in der Weise des Bauens sie von ihnen manches vernehmen, in einem steht selbst das jüngste Geschlecht dem ersten gleich: in der Erkenntnis und Nachprüfung der Grundwahrheiten. Die Axiome jeder Wissenschaft sind als quasi selbstverständlich dem jüngsten Geschlecht in gleicher Weise einleuchtend wie dem ersten. Das physikalische Experiment, auf dessen Lehre sich eine grosse Theorie aufhaut, kann jederzeit und von jedermann in gleich ursprünglicher W’eise nachgeprüft werden, wenn er auch jene Theorie nicht von neuem zu schaffen braucht. Also auch die Wissenschaft der Thora, die Wissenschaft׳ von der jüdischen Moral. Die Art ihres Aufbaues, der דיך הלימוד, wird nirht von jedem Geschlechte neu geschaffen 'und ersonnen, die Uesultate der Forschung der Altvordern, die תשובות הראשיניש, übernehmen auch wir, um auf ihnen weiterzuhauen, übernehmen sie als echte Wissenschaftler aber nicht im Vertrauen allein auf ihre Kichtiglteit, sondern mit der unbedingten Pflicht, selher zum t/uell zurückzukehren, um die Richtigkeit der Schlussweise zu tiegreifen. Aber die Grundlage! Wo ist die Voraussetzung, auf der die ganze Wissenschaft von der Moral sich aufbaut, jene Voraussetzung, die Ihre Wahrheit in sich trägt, oder doch ▼on