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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 7 (1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
7 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Der Ohcl Jakob jedoch bedarf ja einc8 Austrittsgesetzes nur als einer Vogelscheuche, um besonders gefräßige Vögeleiu vom Weinberge des Herrn fernzuhalten. Allein auch «las bisherige Drohen mit dem Austrittsgesetze hat sich ja, wie die Nürnberger Errungenschaften beweisen, als eine ganz wirksame Vogelscheuche erwiesen, um jene Vogelein, wenn audi nicht gänzlich zu vertreiben, aber doch ganz gehörig einzuschüchtern. Es meiueu nun die Kevisionsgegner, «laß auf dem bisherigen Wege erfolgreich fort• gefahren werden könne und letzter«■ Vogelscheuche nur ruhig stehen gelassen zu werden brauche, um ihren Zweck zu erfüllen, zumal die Beschaffung ersterer Vogelscheuche ihnen recht kostspielig er• scheint. Man muß schon Vorsitzender «les Münchener ühel Jakob sein, um ihnen diese Meinung zu verargen. H. B. Moral und Wissenschaft. Von cand. math Samson Breuer. In einem gleirhbetitellen Aufsatz kommt <l«-r unlängst ver• storbene berühmte französische Mathematiker lleuri l'oinear«^ unter anderem zu dem Ergebnis: ,Es gibt keine wisseusclmflliehe Moral im engeren Sinne des Wortes und wird nie eine geben*. Sein Beweis beruht in der Hauptsache auf folgendem Ge«lanke11• gang. Wenn der Schluss einer Beweisführung auf ein sittliches Postulat führen, sich also in die Form ,Du musst“ oder ,Du darfst nicht* kleiden soll, 80 muss notwendig irgend eine der Voraussetzungen selber schon dies«; Form haben mindestens eine der Voraussetzungen selber schon ein Befehl oder ein Verbot sein. *Da aber alle Erfahrungen oder Axiome der Wissenschaft — z. B. die Lehren der Mathematik, die Ergebnisse des pbysikalischen Experiments — naturgemäss immer in die Form der Aussage sich kleiden, so kann aus deren logischer Verarbeitung immer nur wieder eine Aussage folgen. Es kann also unmittelbar jede Wissenschaft niemals etwas zur Begründung oder Widerlegung von Sittlichkeit und Moral beitragen. Wir glauben, dass man die Berechtigung dieser Schluss• folgerung an sich schwer wird bestreiten könuen. Trotzdem aber oder vielmehr gerade deshalb wollen wir zu zeigen versuchen, dass das Judentum ,eine wissenschaftliche Moral im engeren Sinne

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