Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 7 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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heilsamen»* erleben kann, als ständig geknebelt zu werden, ohne die Möglichkeit des Austritts zu haben, weil im Zgstand der Bedrückung das für ein prinzipienklares Judentum so uuendlich notwendige Bewußtsein des zwischen Neologie und Orthodoxie bestehenden Gegensatzes weit besser erhalten würde, als hei einem unangefochtenen, durch Nichtbenutzung eines Auslrittsgese'tzes permanent werdenden Verbleib im Scholle einer neologen Gemeinde, wo das altjlidische ״־:x-Bewußt sein mit unabweislicher Notwendig• kcit ebenso sicher wie selig entschlummern würde — könnte ferner wagen, zu behaupten, daß nachdem religionsgeselzlich bei ,,friedlicher Ver st än d i gu n g“ der Verbleib in einer neologen Gemeinde möglich ist, auch in friedlosem Zustande der Mitglied- .schaft zur Neologie relighmsgesetzlich nichts im Wege steht und der Gewissenszwang, auch wenn er noch so hart zum Ausdruck kommt, als so gar hart sicherlich nicht empfunden werden kann, nachdem es religionsgesetzlich möglich ist, auf irgend eine Weise durch Zugehörigkeit zu einer Reforingorneinde deren Existenzhercchtignng einzuräumen und es doch demzufolge dem Heligionsgesetze selber um die ausschIielilic he Existenzberechtigung der Orthodoxie unmöglich so ernst zu tun sein kann, wie es von dem prinzipienreitenden Flügel der Orthodoxie immerdar behauptet wird und daher doch auch 2. B. der auf orthodoxe Kinder ausgeübte Zwang, an einem neologen Religionsunterricht teilzunehmen, im Lichte dieser Auffassung sogar als eine nicht zu unterschätzende propädeutische Vorbereitung zur künftigen Reformgomeindemitgliedschaft. als frühzeitige Anleitung zum weitherzigen Kinräumen auch der neologen ,,Richtung“ begriffen und verteidigt werden könnte — könnte dieses 11n«l noch gar manches andere zu behaupten wagen, beschränke mich aber auf die ״religionspolitische“ Gegenfrage: Ist denn —.mit (len Augen des OheLJakob gesehen — der Nürnberger Vertrag wirklich ein solch ,,schwächliches Kompromiß“, «lall durch Erstreben eines bayrischen Austrittsgesetzes alle ״religionspolitisehen“, die Einheit des bayrischen Judentums gefährdenden Konsequenzen heraufbeschworcn werden dürften? Darf man einer neologen Gemeinde angehören, ja warum sollte denn, nachdem doch mit dieser Erlaubnis dem Religionsgesetz selber Duldung der neologen Richtung insinuiert wird, der