Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 7 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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25a ־wenn sie auch nur die Orthodoxie neben sich duldet und berück* sichtigt. Kür das orthodoxe (jewissen bestehen vor dem einen einzigen Gott und seinem eiuen einzigen Gesetze zwei Judentümer mit gleicher Berechtigung, eines mit der .תורו, eines gegen die ידיה, je nach den Ansichten eines jeden. Nach dem orthodoxen Gewissen wird die extremste Keformgeineinde ״gekaschert“, wenn sie nur auch ״Koscher“-I11stitutionen unterhalt. (Das. S. 320.) So hat Samson Raphael Hirsch Uber den Austritt gedacht! Hätte er aber über den Austritt so wie der Uliel Jakob gedacht, d. h. gäbe es im Sinne tles Religionsgesetzes irgend eine Möglichkeit für den orthodoxen Juden, Alitglicd einer Reformgemeinde zu sein, ei, dann dürfte man ja gar nicht austreten, weil dann die Aus* trittsgegner mit ihren für ein oberflächliches Ohr so plausibel .klingenden Gründen gegen die orthodoxe Separation aus den ״Muttergemeinden“ völlig im Rechte wären. Darf das Judentum einheitlich erhalten werden, daun ist ja die Zerreißung des Judentums in zwei .Lager der unverantwortlichste Leichtsinn, den jüdische ״Religionspolitiker“ sich jemals leisten könnten, dann sind ja alle möglichen Hebel in Bewegung zu setzen, um auf friedlichem Wege eine Verständigung herheizuführeu und das Zustandekommen eines Austrittsgesetzes zu verhindern, damit es nicht von konsequenten Hirschtrabanten und ״frivolen“ Landgemeindeseparatisten für den wirklichen Austritt benutzt werden möge. Als bloße Garantie einer friedlichen Vor* ständig ung ist der Austritt eine viel zu gefährliche ״W affe“, um der groben Masse so ohne weiteres in die Hand gedruckt werden zu können, und es bedankt sich der Austrittsgedanke Samsou Raphael llirsehs für die hohe Klirc, als Bürge für den N i c h t a u s t r i 11 h e r h a 11 e n z u m U sse 11. Soll also — höre ich den erstauntim Leser fragen — für den Fall, daU ohne Austriltsgesetz eine friedliche Verständigung nicht zustande kommt, die Situation der Münchner und Nurn• lierger Orthodoxie 80 belassen werden, w ie sie heute ist und sollen keine Garantien geschaffen werden, um etwaigen spateren Aus* schreitungen einen Riegel vorzuschiebenY Zur Beantwortung dieser Frage könnte ich ja die Behauptung riskieren, ־dutTeine Orthodoxie, die offen erklärt, dali sie den Austritt nicht will, sondern nur dann austritt, wenn sie hinausgetreten wird, nichts