Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 6 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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237 hat den Mut, sich dieses Befehles als einer, Heldentat zu rühmen und auf Grund dieses Befehles ihren orthodoxen .Mitgliedern die Zumutung zu stellen, nun auch ihrerseits die gleiche Toleranz zu üben! .Warum denn auch nicht! Wenn das Kiehtlinicnjudcntuni das Thorajudentum in seiner Mitte duldet, dam! muli auch um* gekehrt das Thorajudentum das Kichtlinirnjudentuin anerkennen. Kine Hand wäscht die andere — auch im jüdischen Gcmcindclchen. Kitte Hesolution, die keinen Anstand nimmt, ein l'tinzip religiöser l'nklarhcit als eine gleichberechtigte und gleich« ert ige Kiehtung liehen die .ר\*ר zu stellen, rieht«‘( sich seihst. Sie ״treuhart mit einer krassen 1 •eutlichkeit, die nicht inebr ither■holen "w«*ril«,n kann, zu welchen Knnse(|1ienzon es früher oder später führen 111111S, wenn in einer Zeit, die nach religiöser Wahrheit und Klarheit ringt, die Kinheit der Gemeinde durch einen religiösen 'Tauschhandel kram|1fltafl aufrerhtcrhalten werden soll Mau mag sauren, was man v.ill: eine krampfhaft aufreeIt t et ha 11 ene .1 ttdenlumseinhei t führt in unseren Tagen konse<| 11e 11• t er weise zum Zionismus. Von einer religiösen Kinheit des deutschen Judentums kann doch wahrlich seit dem Krscheiiieii der Biehtliuien keine Bede mehr sein. Soll aher trotzdem die Kinheit um je!len Preis aufrechterlmlteu werden, dann 111 u II man Zionist werden. Nur der Zionismus bringt es fertig, ither eine so tiefe Kluft, wie sie zwischen Hichtlmicngcmeinde und Keligionsgesellschaft hesteht, hiiiwcgzuschuucn. Schaut er ja noch 111x1 ganz andere Klüfte hinweg. Wer■ möchte es leugnen: l’nter allen jüdischen < trganisationen der Gegenwart hat der Zionismus den hesten Magen. Kr schluckt alles hinunter, was imuier die Gegenwart ihm reicht: Atheismus. Monismus und sonstiges Freidenkcrtuiu aller Art. Ja, wer das fertig bringt. wer eine solch bunte Fülle von .ד*:*״ und .—;אם־ק,־ in sich aufiulmieti und vertragen kann, der kann auch die Bichtlmieii verdauen, lut Heerbann dir zionistischen <)rgunisation können auch Bichtliiiieninäuner Fnteikunft linden, weil ja der Zionismus ■lin religiösen Anschauungen seiner Führer und Bekenner vollkommen ignoriert, indem er das religiöse Moment durch das nationale "verdrängt Kr allein vermag die Frage der Judentumseiuheit auf eine zwanglose, natürlich(‘ Art zu losen, lturfte man Zionist sein — und warum sollte man es nicht