Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 6 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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nach Auf hören der Gegnerschaft sich «;instellen wertle. Wie aber könnte diese leidige Sache rascher erledigt und aus der Welt geschafft werden, als durch Ausgabe einer Parole, welche die Be* deutung des Austritts verkleinert, indem sie ihn aus der Zentrale jüdischer Gesamtheitsaufgaben in die Gemeindestube der Frank* furter Religionsgfesellschaft verbannt! Es ist nicht schwer, iiü einzelnen nachzuweisen, welch' um* fassende Bedeutung dem Austrittsgedanken für Sa־rלי* ־: zukommt. Heute wollen wir uns dumit begnügen, festzustellen, daß der klassische Vertreter dieses Gedankens, Rabbiner Hirsch S־t, in der aufrüttelnden, reiuigenden Wirkung dieses Gedankens die ganze Zukunft des deutschen Judentums beschlossen sah. ״Gibt es doch auch in der Tat — heißt es au einer Stelle seiner Schriften (Ges. Sehr. IV, 323) — auch für unsere Zeit und für die seit mehr als einem halben Jahrhundert die deutsche Judenheit erfüllenden Krank* heitszustünde nach meiner tiefsten und ernstesten t'herzeugung Heilung nur durch eine solche Scheidung, wie sie nun gottlob durch das Gesetz vom 28. Juli 1876 angebahnt ist. Wer es Uber* haupt mit der religiösen Wahrheit ehrlich meint, wem nicht alles Religiöse nur ein nichtsbedeutendes, beliebig durcheinander zu quirlendes Formenspiel ist, der muß einer solchen Scheidung das Wort reden. Wer den Austritt aufhält, «1er ist מעכב unsere geistige נאולה“. Mit welcher Berichtigung der Austrittsg«!dauke als eine geistige נאולה für die gesamte deutsche Judenheit be* zeichnet werden kann, dieses näher darzulcgen, fällt, wie g«‘8agt, nicht in «len Rahmen unserer heutigen Aufgabe. Es galt uns heute nur festzustellen, daß eine Betrachtungsweise, die im Austritts* gedanken so etwas wie eine Kinderkrankheit der Frankfurter Religionsgesellschaft sieht, über welche sie bei zunchmemlem Alter allmählich hinauswachsen wird, der Gedankenwelt Samson Raphael Hirschs schnurstracks zuwiderläuft. Den beiden Vorurteilen, die wir soeb«־n behandelt haben, reiht sich nun ein drittes Vorurteil an, das noch viel schädlicher ist, als die beiden anderen, und zwar aus dem Grunde, weil bei diesem Vorurteil die Wissenschaft, die Geschichte als Kronzeugin des Irrtums herhalten muß. Dieses Vorurteil sucht den Austritts* gedanken damit zu diskreditieren, daß es ihn seiner ganzen Vergangenheit beraubt, indem es das historische Datum seiner