Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 6 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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218 «ich etwa folgendes ßild: Allen Engeln gemeinsam ist das Fehlen der Willensfreiheit; sie sind ohne Leidenschaft und ohne Begehren. Ihr Beruf ist die strikte Erfüllung des ihnen vom Schöpfer ge• wordenen Auftrags, der von Fall zu Fall erteilt wird. Jede ihrer Lehensäuüetungen ist eine Lobpreisung des Allmßbtigen. Sie. ~~ können eine Gestalt annehinen, in der sie den Menschen sichtbar werden, und zwar sichtbar entweder im landläufigen Sinne, oder nach visionären Empfindungen. Ähnliche Wesen sind die Seelen in ihrer Präexistenz und nach dem Tode. I>ie Engel sind nnt Vernunft begabte Wesen; je nach dem (irade der Erkenntnis des Schöpfers unterscheiden sie sich selbst. Itiese Gradunterse.heidung war durch generelle Namen C'C־!r rvn) ic':c*a bereits in den Zeiten des ersten Propheten bekannt; individuelle Namen werden von den Propheten erst nach dem haby- Ionischen Exil genannt. i'bcr das schwierige Kapitel des Verhältnisses der Engel zu den ^Jensehen nach talmudischer Auffassung vergleiche man Pachad Jizchak unter dem Stichwort צי:*ו. Man kann füglich ein zusammen• fassendes Bild der Ansrhauung dabin geben, daß der Allmächtige es den Engeln gestattet, den Menschen belehrend und helfend zur Seile zu treten, sich ihren frommen Gebeten anzuscliließen und für die Menschen zu beten. rnendlich viel schwieriger ist es, die talmudische Anschauung über "jvrs zusammenhängend" darzustellen. Es sind vergängliche Wesen, deren Lebensäußerurgen in manchen Punkten denen des Menschen ähneln (t’hagiga l(ia). Sie haben die ein für alle Male - feststehende Aufgabe, die Folgen sittlicher Verfehlungen den Menschen fühlbar zu machen. Frommes Leben tritt ihnen wirk• sam entgegen. Es sei besonders hingewiesen auf Gittin 66a, weil dort Möglichkeiten erörtert werden, auf Grund derer diese Anschaumig auf die religiöse Praxis einwirkt. Man vergleiche Eben haeser 17,10 und 141,11). Es gibt Möglichkeiten, wie diese Wesen unmittelbar mit den Menschen in den Verkehr treten; solchen Verkehr zu suchen, ist religionsgesetzlich verboten. - Vielleicht gewinnen wir aus dem Begriff י*ח יעל den ( bergang zu einer anderen Anschauungssphäre des talmudischen Schrifttums, die mit dem oben Gesagten im engen Zusammenhang steht. Man könnte dieselbe etwa so formulieren. Es gibt Natur-