Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 6 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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217 Noch immer vermutet der jüdische Volksinstii kt hinter wallenden Schlafenlocken ein von Gedanken der Thora erfülltes Haupt; und er ist arg enttäuscht, wenn sich ihm das Gegenteil als wahr -cr-Weist._Das Gleiche gilt auch für die hebräische Sprache Kino gute. Kigenschaft haben die liberalen Richtlinien: sie. sind in deutscher Sprache erschienen.' Auch iu ihrer sprachlichen Form gleichen sie den! Geist, •Ion sie begreifen, dem sie entstammen. Wie eine diabolische Maske stünde ihnen das Hebräische ztr Gesicht. Nun sie sich geben wie sie sind, erleichtern sic dem Volksinstinkte die Kritik. — L eber die meuhebräischen Verzerrungen, die sich die heilige Sprache gefallen lassen muss — unter dem Vorwand, dadurch zu einer in lebendiger Kutwicklung begriffenen Sprache galvanisiert zu werden — wäre in einem besonderen Aufsatz zu roden. Hier sei heute nur so viel gesagt, dass ein wirklich religiöses Gemüt, dem der Hegriff rrpn pr*״ keine leere Floskel ist, _ in dieser Modernisierung des Hebräischen nur einen He weis mehr für das Abflauen des religiösen Geistes auch im Kreise derjenigen erblicken wird, die sich dem .!udeutum innerlich sehr nahe fühlen, ohne zu merken, wie sie in ihrem dunkeln Drange nach Krneuerung, Renaissance und wie all diese schönen Dinge heissen — auf die seltsamsten Ahw׳ege geraten. Welchen Vorteil hat unsere Religion davon, wenn man z. H. das jüdisch-deutsche;מעי״^א durch das klassisch-hebräische pc*b־r verdrängt;1 Rlos Geschmack»- suche ist so etwas wirklich nicht. R. H. Das Verhältnis der Orthodoxie zur Kabbalah. in. Ks hieße offene Türen einrennen, wollte man erst des Rangen und Breiten den Nachweis versuchen, daß der Talmud iu den Begriffen der Bibel: und דיאך lebende Wesen erblickt, welche anders geartet sind als der Mensch, Wesen, welche ein individuelles Reben besitzen, welche einem eigenen Schöpfungsakt ihr Dasein verdanken. Wenn w ir aus den unzähligen Talmudstellen, welche vo.1 den Kugeln bandeln, etwas Gemeinsames zu entnehmen versuchen, so ergibt