Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 6 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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215 das jüdische Gebet quillt, in das Herz des Betenden geleitet. Jede andere Sprache läuft Gefahr, fremde Ideen in das Gebet zu mengen, besonders dann, wenn sie dem Betenden vertrauter ist als das Hebräische. Im Exil ist das Vertrautsein mit der fremden Sprache nicht zu meiden. Daraus ergibt sich die unsig• lieh schwere Pflicht, dem Ansturm des Fremden wirksam zm begegnen. Das hat schon der Talmud gesagt, wenn er Pessachim 87 b bemerkt: לא דגלה הקב •ד. את יש־אל לבבל אלא . . . פט;• *»קייב לשעם ללשון תויה, Gott hat Israel nur deshalb nach Babel ▼ertrieben, weil die Landessprache daselbst der Thorasprache nabe ist; ולא תשתכח תורה דהן מהי (Raschi), damit die Thora nicht rasch in Vergessenheit gerate. Es wird also vorausgesetzt, dass eine Berührung mit dem Geiste fremder Sprachen im Exil unvermeidbar ist und eben darum die Pflicht besteht, vor den Folgen dieser Berührung auf der Hut zu sein. Diese Abwehrpflicht ist schwer, aber möglich zu erfüllen. Das geht gerade aus der Stellung des Hebräischen im Gottesdienst hervor. Gegenüber dem hebräischen Taumel der Gegenwart muss nämlich mit allem Nachdruck betont werden, dass bei allem Wert, den das Judentum auf das Hebräische als die normale Sprachform des Gottesdienstes legt, unter gewissen Voraussetzungen und bei gewissen Abschnitten des Gottesdienstes auch fremde Sprachen den Anspruch auf subsidiarische Gleich• Wertigkeit erheben können. Vergessen wir nicht, dass u. a. auch Folgende Sätze Inassgebend sind": אי1' נאפיין כבל לשין טישת שיטה וידוי פעשי קריאת שפע יתטלה יב־בת (Mischna Sota 32 a). .רפזין ־שביעת העדות ושביעת רטקדון יביל לקיותד. בבל לשין ויזה* פדבי־ שיביש שבאותי לשון י־דקדק בי בפו א־ח) Ü2, 2). .בלשן הקידש יביל להתטלל בבל לשן שירצה וה־פ בצביי אבל ביחיד לא יתטלל אלא ברש; הקודש ד־א דה־פ כששאל צרכיי בכין שדתטלל על חולה או על שים צע* שש י1* בביתי אבי1 תטלה הקבועה לצביר אטילי יחיד יבול לאיפיה בבל ^שין ייש איייייט *איו יחיד יששיאי^ ייו^ י^שאיי^ בבל לשין שיצל חיין אח) lut, 4). .כ^שן איפי כיבת יפזין נאפיד בבי לשן. .(1 ,185 א־ח) Ebensowenig wie die Reform berechtigt 1״ist, aus diesen Sätzen irgendwelche Befugnis zur Verdrängung des Hebräischen aus dem Gottesdienste herzuleiten (vgl. im Horeb das Kapitel .Sprache“), ebensowenig kann sich der hebräische Fanatismus