Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 6 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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214 ungen auseinander. Für die Orthodoxie wird immerdar der Ausspruch des ~cd zu Deut 11, 19 massgebend sein:..פרבר "zu נשהתעוק סחדדל לדכי עפו לשון הקודש ופלפדו תו-ה ואש אין סדני עדי לשון הקלד,» ואיד "סלדרו ודרה ראוי לו נאלו קוב-ו ש:אפ־ ולפדתש אותש את נניכש לדב־ נש. Wenn das Kind anfängt zu reden, dann rede sein Vater mit ihm in heiliger Sprache und lehre ihm Thora; redet er nicht mit ihm in heiliger Sprache und lehrt er ihm nicht Thora, dann ist es sa, als ob er es begrabe, denn es heisst: lehret sie eure Kinder, um davon zu reden. Beides soll also Hand in Hand gehen: Kenntnis des Hebräischen und Kenntnis der Thora. Wer das eine vom anderen trennt, legt sein lebendes Kind in das Grab. Wenn das Wort des Sifri das Hebräische der Thora voransetzt, so liegt dem nur die unbestreitbare Notwendigkeit zugrunde, Kenntnis des Hebräischen zu vermitteln, damit ein gründlicher Thoraunterricht ermöglicht werde. Nicht aber soll damit der hebräischen Sprache selbst, abgelöst von ihrem Zweck, irgendwelche Vorzugsstellung eingeräumt werden. Steht ja auch in dem erläuterten Verse die Pflicht des Thoralebrens obenan. Ebenso Nehemia 13, 24 f. Wenn hier gegeisselt wird, dass jüdische Kinder in fremder Sprache reden, ואינש פניייש לדכי ♦הידית, so wird das nur als Folgeerscheinung der jüdischen Mischehen getadelt. Und wenn im Jeruscbalmi Nabbath 1,3 am Schluss dem ein Anteil an der künftigen Welt zugesichert wird, *1er im heiligen Lande Profanes in Reinheit geniesst, in heiliger Sprache spricht und das Schma liesst morgens und abends, so geht auch aus dieser Stelle hervor, dass die hebräische Sprache nur dann ihren erzieherischen Zweck erreicht, wenn sie als ein Faktor unter vielen anderen dem religiösen Krziehungsprogramm des Thoravolkes sich einordnet. Von einer Hegemonie des llebiäischen in der jüdischen Pädagogik kann im Sinne der Thora keine Rede sein. Das sollten sich die Misracbisten und ihre orthodoxen Nachbeter merken.. Erzieherischen Zweck hat im Judentum auch der Gottes* dienst. Auch bei ihm ist die sprachliche Form das Hebräische. Wie aber beim Thoralernen Kenntnis des Hebräischen nur als Mittel zum Zweck gefordert wird, so auch beim Gottesdienst. Auch hier soll die heilige Sprache nur ein Mittel zum Zweck, nur der Führer sein, der die Gedankenwelt der Thora, aus welcher