Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 6 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Sprache des anderen verstehe', ist ihr kein Segen, sondern ein Fluch des strafenden Gottes, der den Aufruhr sündiger Menschen durch Zerreissen der sprachlichen Einheit rächt. Wäre auch sie gezwungen worden, sich in den Wirrwarr der Sprachen zu mischen, so wäre längst die heilige .geläuterte“ Sprache nicht mehr, in deren göttlichen Lauten, als Gott die Sprachen verwirrte, die ewige Wahrheit ihre einzige Zuflucht fand. So übertlussig es ist, die unvergleichliche Hoheit des Hebräischen ausführlich nachznweisen. zu zeigen, wie das .ludentum in seiner Sprache keine Ausdrueksform des nationalen Lebens sondern — ebenso wie im Inhalt der Thora, so auch in ihrer sprachlichen Form — ein heiliges Vermächtnis des heiligen Gottes veiehrt (vgl. דב־ן" zu Ep. 30, 131, so wichtig scheint uns ein Hinweis auf die Holle zu sein, welche die hebräische Sprache im alltäglichen Leben des jüdischen Volkes selbst spielt, oder besser, zu spieleu berufen i t. _• Das Hebräische ist vor allein ein wichtiger Faktor 111t jüdischen Erziehung. Wir denken hierbei nicht bloss an das hebräische Sprachgewandter jüdischen Hekenntnissc.hriften, deren gründliches Verständnis genaue Kenntnis des Hebräischen voraus• setzt, sondern auch an den Einfluss, den das Vertrautseiu mit hebräischen Lauten, mit dem Geiste der hebräischen Sprache, auf die jüdischen Seelen ausübt. Ist ja die Sprache nicht blos ein!Taktisches Werkzeug der Verständigung. soml“r>1 <>»* mO■!!- tigste geistige Bildungsmittel, wodurch der Mensch erst zu einer geistigen Persönlichkeit wird. Unsere Sprachphilnsnphen sind uneinig darüber, ob die Sprache eine Erfindung des Menschen, eine göttliche Eingebung oder eine natürliche, unwillkürliche Entfaltung des menschlichen Wesens sei. Aueh hier fand jüdische Weisheit das erlösende Wort: Den \>rs Gen, 2, 7 trc:S ”דד,, דא .— übersetzt der Targiim mit י*—. דדללא c־s: rw, es ward der Mensch ein redendes Wesen. Die edelste, vornehmste Manifestation des Menschentums ist die Sprarhe. Deren l’tlege muss daher im Erziehungsprograiimi au vorderster Stelle stehen; nielit als Selbstzweck, sondern als Erziehungsmittel. Welrhe Stellung dem Hebräischen in der jüdischen Erziehung zugewiesen werden soll, kann deshalb nur davon ubhangeii, welehes Ziel «he jüdische Erziehung seihst verfolgt. Hier gerade nun gehen die Ansrhau-