Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 6 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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212 das Hebräische legt, ist nichts anderes als eines der zahlreichen Symptome, durch die er seinen Hang zur Assimilation bekundet. Auch die Zionisten sind Assimilanten. Das beweisen sie durch die Holle, welche sig das Hebräische im nationalen Kulturprogramm des Zionismus spielen lassen. Diese Rolle haben sie der europäischen Kultur entlehnt. Der Sprachenkampf in Palästina war nichts anderes als eine hebräische Vebersetzung des Sprachen• kämpfen der ('zechen, Ungarn, Polen, Dänen. Niemals ist es dem Zionismus eingefallen, sieb einmal nach ^fer historischen Stellung umzusehen, die das Hebräische im .ludentum inne hat. Nur an der europäischen beschichte hat er sich orientiert, als er den Kampf für die heilige Sprache begann. I'msoniehr ist aber die Orthodoxie verpflichtet, nach der bistorbchen Stellung des Hebräischen im Judentum zu fragen, und dafür zu sorgen, dass dieser hebräische Taumel, dieser nationale Spruchlänatismus nicht auch ihre Reihen erfasst. Das würde zu einer gefährlichen Infektion von unabsehbareiLEoiireu führen. Von einem nationalen Sprachfauatismus kann im Judentum schon deshalb keine Rede sein, weil der Thora der Hegriff des Nationalen in modernem Sinne durchaus fremd ist. Die Thora will die Menschen unter einem ewigen bedanken einen, und nicht eher hat sie ihren Zweck auf Knien erfüllt, bis den Völkern wieder eine Sprache, geläutert von allen Schlacken des Irrtums, den Weg zum Namen buttes weist, ihm mit-et!rnT~Scl1ulter zu dienen: א-,ר s:tr ל לעניי er: =ב ~-ה לל,־א נל rer :ב• אל אלש-ך אל עדי (Zephania J,!U. Jenes scharfe Herausarbeiten nationaler Kigenwerte, WVin sich die nationale Kultur chauvinistisch betätigt, kann darum im Sinne de» Judentums unmöglich das Letzte, der Kndzweck, der Sinn der beschichte sein. Das gleiche gilt aber auch für die Sprache. Je mehr sie im Dienste nationaler Zwecke steht, desto eifriger arbeitet sie mit, die Menschen zu entzweien, die nationalen Schranken zu verstärken, die nationalen brenzen zu verewigen. Nun soll auch das Hebräische der nationalen Idee in Sold gegeben werden, liegen diesen Frohndienst muss sie sich nuflehncn, wenn sie noch die Sprache des Judentums, die heilige Sprache des heiligen Volkes ist. Sie hat an der Verwirrung der menschlichen Sprachen kein Teil. ,Dass einer nicht mehr die