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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 6 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
6 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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möchte heim und Frau und Kinder ernähren ‘ Sagte der andere: ,Ich habe kein Geld.“ ,Gib mir Früchte.* ,Ich habe keine.“ ,Gib mir Grund und Hoden.“ ,Besitze ich nicht.* Gib mir Vieh.* Hab ich nicht.“ ,Gib mir Möbel.* ,Halte ich nicht.“ Darauf schnürte der Arbeiter sein Bündel und zog betrübt heimwärts. Nach dem Feste nahm der Arbeitgeber den Lohn des Arbeiters, bepackte drei Lastesel, einen mit Nahrungsmittel, einen mit Getränken, einen mit allerhand Kost• barkeiten und begab sich in die Heimat des Arbeiters. Nach• 1111111 juu-Ain_Ai1ü1l eilig».ווי, gab 01 ill1n־־־s1־nm11 I .»Im mul fragte ihn: ,Als I)u mir sagtest, ich möchte Dir Deinen Lohn gehen und ich sagte, ich habe kein Gehl, was dachtest Du da von mir?* ,Ich dachte, vielleicht hat sich Dir eine günstige Konjunktur im Geschäft ergeben und Du hattest Dein Geld festgelegt*. ,Und als Du mir sagtest, gib mir Vieh und ich sagte, ich besitze kein Vieh, was dachtest Du da von mir.“ ,Vielleicht hast Du es anderen vermietet.* ,Als Du sagtest, gilt mir Grund und Boden, ich Dir sagt«, ich hesitze nicht Grund und Hoden, was dachtest Du da von mir:׳־“ ,Vielleicht ist es verpachtet.* ,Und als Du sagtest, gib mir Früchte und ich Dir sagte, Früchte hesitze ich nicht, was dachtest Du da von mir?“ ,Vielleicht ist der Zehnte noch nicht abgesondert.“ ,Als Du endlich batest, gib mir Möbel, und ich auch da sagte, die besitze ich nicht, was dachtest Du da von mir ץ“ ,Vielleicht hast Du Dein ganzes Gut geheiligt“. ,Hei dem Allmächtigen, so war es, ich hatte all mein Gut gelobt wegen meines Sohnes Ilyrkanos, weil er sieh nicht mit der Tlioru besrhäftigt; nun ist das Gelübde gelöst. Du aber, wit; Du das beste von mir dachtest, mögest gleiche Liebe von dem Allmächtigen erfahren.״ Ks leuchtet ein, dall eine derartige Auffassung eine geradezu tnessi&uische Glückszcit bedeutet. Allein man ist nur zu leicht geneigt, derartige Vorkommnisse für Ausnahmefälle zu bet rar liten, als Austlult einer ganz besonders hervorragenden Herzensbildung und Gemütstiefe. Allgemeiugultigkeit kenne bloü dann erzielt werden, wenn diese Anschauung die feste Form religiöser Vor- Schriften erhalten hat. Dies ist aber tatsächlieh der Fall. Ge ade 111 jeueu Kreisen, welche das Gebet in besonders inniger Ausgestaltung

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