Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 5 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4900572-5964853-5964879--0223-4900785- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
204 jüdische Konfession massgebende Keligionsgeselz zu befragen bat; dass der bayerische Staat im Augenblick, wo er sich anschickt, aus den religiösen Gegensätzen innerhalb der bayerischen Juden• heil gesetzgeberische Konsequenzen zu ziehen, in erster Linie darnach zu fiagen hat,, wie über das Ausmass, über die Tiefe dieser Gegensätze das für die jüdische Konfession mass• y.. I,.. ...ln W.1I1|.. 111 ון n I «J w u II. .. r!!■■ן אלת J Wenn der Staat eine ״theologische Seite“ uni ihre Meiuung befragt, dann eswaitet er keine ״formal-juristischeu“ Belehrungen von ihr; dann־ will er wissen, was 111 &0I0gisch Kechteu's ist; und je klarer, je eindeutiger, je scharfer die ״theologische Seite“ t»*eob>gn*ebetr- BHnztTrtetr htdfauszuarbeiten versteht, desto willkommener wird ihr (iutachten dem Staate sein, wenn er auf (■rund dieser theologischen Belehrung nun seinerseits dazu übergeht, dem von Theologenhand geschatfenen Gebilde ein ״formaljuristisches“ Gewand-zu geben. Was soll aber der Staat dazu sagen, wenn der Theologe zu ihm kommt und spricht: Nach meiner ( eberzeugung freilich ist der Gegensatz zwischen Urthodoxie und Neologie mindestens so gross wie der zwischen Protestantismus und Katholizismus; nach meiner ('eberzeugung hat innerhalb der bayerischen Judenlieit eine religiöse Bekenntuisgememschaft schon seit Juhr und Tag aufgehört; allein du, bayerischer Staat, brauchst ja keine so einseitigen theologischen Anschauungen zu haben wie ich, du kannst ja diesen Gegensatz als einen gemütlichen Minhagienstreit begreifen und uns ein Austrittsgesetz geben, ohne das Judentum in zwei Konfessionen zu spalten — : wird sich der Staat nicht ein solches (iutachten als eilten beleidigenden Scherz verbitten ' Hat ein Staat tlieologische Anschauungen' Muss er nicht das, was ihm eine Konfession als Glaubenslehre bezeichnet, als eine fertige Tatsache hinnchincn. und muss er es nicht ablehnen, von irgend einer ״theologischen Seite“ Belehrungen zu empfangen, die ihm den Wunsch einer Konfession suggerieren, wie er — der Staat — über konfessionelle I n t erna d en ken möge? Nein, Herr! Pr. Klein, ich mochte den Staat sehen, der «las Gutachten «1er ,.theologischen ,seite'' als etwas amieres verstehen w1r«l. denn als theologisch«■ •Meinutur «ler bayerische» t>rt liodox 1e I‘ml ly« r ist «ler Punkt, au «lern meine Kritik