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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 5 (1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
5 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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Anschauungen des orthodoxen Judentums in ihrer ganzen Schärfe zu eigen zu machen. Der Staat_kann, wenn er will, den! Austritts• gedanken seine Schärfe nehmen und demgemäss die Fiktion des einen Judentums aufrecht erhalten und gleichwohl ein Aus• triltsgesetz bewilligen. Der Staat kaun, wenn er will, sich weigern, den Gegensatz zwischen Orthodoxie und Xenlngir tragimdizu nehmen und änTvorztehen, diesen Gegensatz in einen Minhagtmstreit zwischen Aschkenasim und Sepliardim zu verwandeln. Kr kann den gordischen Knoten des bayerischen Kevisionskampfes mit einem gewaltigen Hiebe seines mächtigen Armes zerschneiden. denn ,ihm fällt ja uic Tnora nicht in den Arm, wenn er lästige Theoricen beiseite schiebt, er kann ja, wenn er will, die Itevision auf einer Theorie auflmucn, die er als haltbar anerkennt, auch wenn sie — nicht so ganz den Grundsätzen des orthodoxen Judentums entspricht. Dieser Ausweg ist ungemein klug erdacht. Den»!>r ■.riuaiit,- die Unbaltbarkeit der Kleinschen Austrittstheorie dem .formaljuristischen“ Prinzip des HayernsLuates zu. Was wollt ihr vom orthodoxen Verein? Kann er die Kevision machen? Der Staat ist’s, der sie uns gewährt. Der Staat ist aber keineswegs verpflichtet, den einseitigen Standpunkt der Austrittsorthodoxie einzunehmen, wenn er merkt, dass dieser Standpunkt zur Doppel• konfessionalisierung des Judentums führt. Kr kaun, wenn er will, die gefährliche Flamme des Austrittsgedankens mit «lern Lösch• apparat seines .formal juristischen“ Prinzips herunterdämpfeu zum harmlosen Scheine eines gemütlich flackernden Lic.htleins, an_ dessen Anblick auch die Herzen orthodoxer Proporzscli wärmer sich erfreuen können. Kr kann's — nur schale, seh id!, d iss or's nicht will. Ich bitte die Leser, sich auf don Inhalt des Gutachtens der ,,theologischen Seit!*“ doch gefälligst etwas genauer erinnern zu wollen. In diesem TSutachten heisst es alter!loch ausdrücklieh: ״Ks bedarf also zur Zulassung mehrerer Gemeinden für den Staat keines Merkmals, keiner Anerkennung von zwei Itichtungen, son 11 ern lediglich!1er Herufung auf das für!110 Kon• fession in as sge.hen d e K el i gi o 11 sgose t z.“ 1 amit wird aber «loch ausdrücklich zugcstumlen, dass der Staat bei der Schaffung eines neuen Judenedikts in erster 1. i 11 i das für die

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