Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 5 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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IST sich—,nur sehr ungern«‘* und mir »ans sittlicher- Pflirlit* hierzii— entschlossen halte. Warum ,nur sehr untrem* ‘r Ich «lenke, «1er jüdische Journalist müsse seiner ,sittlichen Pflicht * ungemein gerne, ja mit wahrer Freuile der Pflichterfüllung, 11achkomm«*n. Sonst—ist er in—der Tpchnilc ־der Sillenübung nocti sehr weit zurück. Auch nützt er nicht gerade seinem Gegner, wenn er «tie ,sittliche Pflicht“ zur Hechtfertigung seines Stosses herheirnft. Gar leicht entsteht in den Augen der Menge die Meinuug, als gelte es hier, etwas — Unsittliches zu bekämpfen, was doch gewiss damit nicht gesagt sein sollt!» t ■Incli ץ ~ Mir fällt da eine hübsche Anekdote ein. Als im Convent über den Tod Ludwigs XVI. ahgestinunt wurde, gaben die Ab• geordneten ihr Votum mit einem kurzen Ja od«*r Nein ab. Nur Philipp Kgalit«'•, einst Herzog von Orleans und Freund des Königs, sprach also : ,Nur sehr ungern gebe ich meine Stimme ab. Nach» dem aber die Freiheit in einer Weise angegriffen worden i»t. «lie eine energische und sofortige Abwehr zur sittlichen Pflicht macht, vermag ich mich aus berechtigter Oelcnsivc dem Jawort nicht zu verscbliessen.“ Als der Convent «lies horte, fühlt«■ ersieh angewidert, und brüllte dem einstigen Herzog ein Wort zu, «las je«ler Journalist sich merken mag: ,Mort saus phrase!“ (Tod ohne Geschwätz.) — Zur sittlichen Pflicht des Journalisten gehört es <ies weitereu, den Kampf also zu führen, dass seinen Lesern «lie selbständige Nachprüfung ermöglicht, wird. Zu diesem Hehufe erscheint es dringend? erforderlich^ dass genau_anmaht w e 11 er bekämpft, limTw o das zu finden ist, was er bekämpft. Wenn ieh z. IL mit vollem Namen «■inen Artikel über «las bayerische Austritt• spiel in den jüdischen Monatsheften erscheinen lasse, so deucht t‘s mir eine grobe Verletzung <l«r genannten sittlichen Pflicht, wenn der Gegner, der «len Srhanplatz d«‘s Kampfes in eine andere Zeitschrift mit amlerem Leserkreis verlegt, es beharrlich unter• lässt, ,wen* und ,was“ und ,wo* bei Namen zu neunen. Oer gleich«■ Vorwurf ist. auch «!«,r Hcdaktion zu maidlen, die «len Artikel mit einer artigen Aiimerkiing sattsam bekannter Manier versiebt. — Als sittliche Pflicht «los Journalisten ist יס• endlii h unbedingt zu eraeht«*!!, «lass er k e i 11 P h a n t o m bekämpfe, sotulern stets