Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 5 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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4ז1 wir die Antwort Hs sei bekanntlich ein Unterschied, ob man eine Sünde aus bösem Willen, להנדס, übt, oder ob man sie aus Irrtum begeht, aus Leichtsinn, infolge schlechter »Ziehung usw. Dasselbe gelte auch für eine Keformgemeinde. Wenn eine Keformgemeinde auch orthodoxe Institutionen unterhält, dann zeige sie damit, daß sie keine להנדס•! iemeinde sei—: das sei ein mildernder Umstand, daher brauche man aus ihr nicht auszutreten. י Hs bedarf wahrlich nur einer geringen Pherlegung, um ein* Zusehen, wie haltlos dieses (legenargument ist. Vor allem kann doch darin nicht ein mildernder Umstand gefunden werden, wenn eine Keformgemeinde aus Angst vor einem Massenaustritt ihren orthodoxen Mitgliedern Konzessionen macht; zumal im vorliegenden Kalle, wo die Frankfurter Keformgemeinde die Bewilligung ihreit^ Konzessionen davon abhängig machte, daß ein beträchtlicher Teil der Keligionsgesellschaft nicht austreten werde. Wer aus purer Interessenpolitik, der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, zu einem Tauschhandel sich bequemt, der kann doch wahrlich keinen Anspruch auf mildernde Umstände erheben. Allein abgesehen davon beruht ja dieses (iegenargument auf einem Irrtum, den wir sclmn das vorige Mal besprochen haben: nämlich auf einer Verwechslung der Keformgemeinde mit den einzelnen Mitgliedern der Keformgemeinde. Der Unterschied zwischen להנדס und nicht•י־־-נדס ist am l’latz. wenn es gilt, den religiösen Charakter der einzelnen M 11 gl jeder, der Keformgemeinde zu beurteilen. Da kennt unsere .־.־־־ oiiieiy/Unterschied. ob jemand böswillig eine begeht, oder ob er sie aus Leichtsinn, durch Verführung und dergl. uht. üilt es aber den religiösen ( harakter einer (ieineinde zu beurteilen, da'ist es vollkommen gleichgültig, ob ■ihre Mitglieder ־נדס** oder nicht לינדס der ל־ה den Klicken kehren, da gilt es nur zu fragen: welches System liegt der •iemeinde zugrunde. Hin >\st>1u 1't aber nur entweder gut oder schlecht. Nur mit objektiven Malis).iben kann ein System gemessen werden. Der subjektive Mali'tah. ob הה:דס oder nicht להנדס, ist nur den einzelnen lVisoneii gegenüber, niemals aber dem Sv stein einer 1 iemeinde gegenüber am l’latz. Diese \Yrwerhslung des Keforiiisysteius mit den einzelnen Bekenner» dieses >\s|ems hat los auf den heutigen Tag am meisten dazu beiget1age.il, den klaien Klick für die richtige Beurteilung 1 .