Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4900572-5964853-5964877--0175-4900738- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
leidet oder Dicht — die verhängnisvolle Tragweite der bayrische» Revisionsbewegung liegt. Welch ein Gegensatz zwischen dem tayrischen Kampf um den Austritt und dem preussischeo Kampf um den Austritt! Damals vor 40 Jahren, als S. R. Hirsch S*t für den Austritt kämpfte, hat man sich wenigstens auf Seiten der Austrittsfreunde bemüht, den religiösen Charakter des Kampfes mit klarer Schärfe zu betonen, und nur die Gegner des Austritts waren es, welche den ganzen Kampf zu einem Tausch• handel zu verflachen suchten. Dass einmal eine Zeit kommen könnte, wo auch Freunde des Austritts auf der einen Seite die ,Austrittsmöglichkeit* erstreben und auf der anderen Seite die Einheit des Judentums aufrechterhalten, dass einmal eine These aufgestellt werden könne — : es giebt ein Judentum, das sich blob in der Art der Gemeinde bildung nach verschiedenen ,Richtungen* hin verzweige — das hätte sich S. R. Hirsch ז־ל niemals träumen lassen. Der bayrischen Orthodoxie blieb es Vorbehalten, dieses Kunststück fertig zu bringen. Möge sich die bayrische Orthodoxie vor der Selbsttäuschung hüten, als könne eine heilvolle Revision auf einer innerlich un• wahren, widerspruchsvollen Theorie aufgebaut werden, als könne in jüdischen Dingen Wertvolles und Lebensfähiges erreicht werden, ohne dass in erster Linie die prinzipiellen Vorfragen gründlich erledigt würden. Sie könnte es denn doch einmal bereuen, (prak• tischen Errungenschaften*־ die Alleinherrschaft "einer jüdischen Idee geopfert zu haben. R. B. Zum Sprachenstreit in Palästina. Es kann zwar nicht Aufgabe einer Monatsschrift sein, in die Kämpfe des Tages einzugreifen; es kann ihr bloß das eine eingeräumt werden, dali sie nach Abschluß rückblickende Hetrarhtungen anstellt. Die Tatsachen sind bekannt i Es wurde die For• derung erhoben, dail im Technikum zu Haifa nebst Mittelschale das Hebräische als Unterrichtssprache zu gelten habe. Eine Ablehnung dieser Forderung erzeugte den sattsam bekannten Schulstreik. SchlieUlich kam es zu einem Kompromiß, welcher die