Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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155 Umständen aufzuheben ■ei, dann ent könnte von einem wirklichen ״Austrittkampf“ in Bayern gesprochen werden. Wäre ich bayrischer Minister, so würde ich die Entscheidung über den ״Austritt“ bis dahin vertagen; trots Sephardim und Aschkenasim. l)«nn besser ist es, zwangsweise der Beforrageraeinde anzugebören, als — frei• willig. Von Religionswegen. |Wir sind der Teberzcugung, »lall die ״theologische Seite“ mit der Heranziehung der Scphardim-Aschkenasin1*Par&llele nur die Behauptung aufstellen wollte, daii die Einheitsgemeindc (eine Gemeinde nur in einem kommunalumgrenzten Bereich) überhaupt keine Forderung des Judentums wäre. Die Analogie besteht aber tatsächlich nicht; nur das Aufbören der Bekenntnisgemeiuschaft berechtigt zum Austritt und der Austritt ist nichts anderes als die Anerkennung dieser Tatsache. Wir verweisen in dieser Hinsicht zunächst auf den Artikel: ״Die Frage der Doppelkoufession unter den Juden“ in lieft 1 dieser Monatsschrift und behaupten, daß gegebenen Falls auch S. u.»A. sich gemeinsamen Gemeindeptlichtcu nach den! Religionsgesetz nicht entziehen dürften. Bald nach Erscheinen des Gutachtens haben wir eine sehr autoritative Stelle des Vereins auf das Bcdenklicbje dieser Parallele aufmerksam gemacht und wir geben dieser Stelle iu diesen Monatsheften gerne Kaum zu einer Darstellung, welche diese Frage richtig stellt. Red.) Brief aus Nürnberg. Am Sonntag, den 8. März, fand in Nürnberg die General• Versammlung des Vereins für die Interessen des gesetzestreuen Judentums in Bayern statt. Man sprach über die Revision des Judenedikts. Nach Beendigung der Referate setzte eine Diskussion ein, in welcher u. a. auch über die theoretischen Grundlagen der anxustrebeuden Revision gesprochen wurde. Der Streit drehte sich in der Hauptsache um die Frage: Kann beim Erstreben eines bayrischen Austrittsgesetzes die Einheit des bayrischen Judentums aufrechterhalten werden!' Herr Dr. Klein •Nürnberg bejahte diese