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Jüdische Monatshefte · 1914-01-01 · 4 (1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
1 (1914)
Issue
4 (1914)
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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154 N e 0 1 0 g i e unendlich größer sei, als der Gegen• satz zwischen Katholizismus und Protestantismus, bog dem Wort Vün den ״zwei Richtungen" nicht nur nicht aus, sondern fand dieses Wort noch viel zu mild, viel zu nichtssagend gegenüber einer Kluft, die nur durch das Verhältnis von Judentum und Nichtjudentum einigermaßen gekennzeichnet werden kann! Also sprach Samson Raphael Hirsch, also forderte er, also siegte er! Armes Bayernland! — — Nein und abermals nein!_Das ist nicht die Art, wie man für den Austritt kämpft. So mag ein Politiker nach Machtmitteln, so mag ein Kind nach seinem Spielzeug greifen: aber die,Sprache geknickter Gewissen klingt wahrlich ganz anders! Was Wunder, wenn Dyroff in seinem Gutachten, nachdem er die Bildung von Austrittgemeinden befürwortet hat, schließlich wärmstens empfiehlt, die beiden Gemeinden, die eben erst auseinandergegangen sind, in einer Flnanzunion wieder zu vereinen, als ob nicht gerade die Steuerfrage ein Angelpunkt des Austritts wäre! Habe ich nicht recht, wenn ich sage: Wenn bayrische Gemeinden auseinandergehn, so sagen sie auf Wiedersehn!׳ Was Wunder ferner, wenn Dyruff am. Schlüsse seines von der Denkschrift des Vereins in Bezug auf die religiöse Seite der Frage offenbar inspirierten Gutachtens es ollen ausspricht: ״Streng bekennende Israeliten könnten nach den in der Denkschrift gemachten Vorschlägen aus der allgemeinen Kultusgeiueinde austreten, sie müßten aber nicht austreten, sie müßten sich nicht zur Sondergemeinde halten“. Hier liegt der Hase im PfeTfer! Der Austritt ist den Herren kein unbedingtes Postulat ihres Gewissens, der Austritt ist ihnen vielmehr ein politisches Machtmittel, das sie unter l'mständen in Stand setzen soll, .jj.rst recht in der konz e s s i o n s f r e u d i g gewordenen lt e f 0 r in g e m e i 11 d e zu v e r h 1 e i 11 e n. Das hat aber mit dem Austritt, wie ihn Rabbiner Hirsch verstanden, kaum mehr als den Namen gemein. Das heißt mit dem Austritt — spielen. Was den Münchener und den Nürnberger Orthodoxen not täte, das wäre ein zweiter Rabbiner Hirsch. Der würde ihnen allererst den richtigen ״Begriff Gewissensbedenken“ beibringen. Nur wenn in München und Nürnberg die l'eberzeugung sich Bahn bräche, daü die Zugehörigkeit zur Reformgemeinde unter allen

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