Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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ob die Zulassung einer Austrittsgemeindc die Anerkennung von ״Richtungen“ voraussetze. ״I>er R«*gritl' <lewissenst1edcnk«*n“, meint die theologische Seite, ״muß aber mellt notwendig zwei Richtungen voraussetzen, (ierade im Judentum ist es-sWir wohl denkbar, daß ohne Unterschied in der (ilaubensrirhtung die Not• wendi^keit zweier (iemeinden gegeben ist: z. R. Scphardim und Aschkenasim.“ Ks könne also, meint die theologische Seite, die Rihliing von Austrittgemeinden sehr wohl gewahrt werden, selbst wenn ■Irr Staat gemäß der MinUlerml. - nur das orthodoxe Judentum als gemeindeborechtigt anerkenne. (Vergl Redaktionsbemerkung am Schluß.! Ihi halten wir's. Schwarz auf Weiß steht es zu lesen, her Austritt ist ja gar nichts so schlimmes, hang«‘ machen gilt nicht. Zwei Richtungeny hott bewahre! has braucht keineswegs «ler Fall zu sein! Im Judtmtum sind zwt‘i (iemeinden am gleichen Orte ja gar nichts Außergewöhnliches! Siehe Sephanlim und Aschkenasim! hie vertragen sich ganz gut miteinander, sind sogar beide orthodox und bilden «l«*nnoch getrennte (.iemeinden! Warum also so viel «nistände machen! her ״Hegritl 1lewi>sens• bedenken“ ist im Judentum gar nicht schaurig. Ist ein«■ ganz gemütliche Sache. Wenn (iemeimlen im Judentum auseinandergehn, so sagen sie: auf Wiedersehn! — Armer Rayernstaat! Wegen solcher (^uistjuilien plagt man .dich nun seit Jahren, redet auf «lieh ein, «las feste (iefuge «•in1־r geschichtlichen Organisation von 100 Jahren zu d11rrhbrrch111׳, «las Verhältnis von Staat und Kirche, worin du emptindlich bist wie eint‘ Mimose, in hedenklirh präjudizieller Weise zu («unstffi der Juden zu ändern, während diese selber dir versichern, von zwei ״Richtungen“ brauche gar keine Rede zu sein!׳ Armer Itavern- Staat! Wi<* viel leichter hatte es <la dein preußischer Rruder! Damals lebte ebenfalls eine ״theologische Seite“, die hieß Samson Raphael Hirsch, aber «liest* ״tlmologischc Seit«•“ schlug ganz andere Saiten an, «lie sprach nicht von Aschkenasim und Sephardim, konstruierte auch nicht einen neuartigen ,.R«*gritmewissensl1<*denht*n“, sondern tapfer um) ehrlich trat sie vor den (iesetzgelxT hin umi forderte mit dem , ganzen l'athos innerster Feberzeugung die Anerkennung «ler nun einmal nicht wegzuleuguemten Tatsache, «laß «ler < i e g e n 8 a t z zwischen <) r t 11 o «I 0 x i «■ und