Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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149 80hald Ihr eher praktisch« Knnseqaenzea ziehen wollet, dann steck ae— wir di« Gemfitlichkeit auf und die Gelds&cke 10.* Oder dürfte ich nicht lachen? Wir® da« Gante in Wahrheit nor ein fröhliches Kesseltreiben gewesen, eine leichte, gesonde Motion, allenfalls daxu angetan, die Verdauung so fordern? Die Differenzen «wischen Karäern nnd Rabboniten, zwischen Sadduzäern nnd Pharisiern wären ans ihrem Grabe heran fbe schworen worden, die Trennung zwischen Joden und Neologen als schärfer charakterisiert worden als die zwischen Protestantisinns nnd Katbolizismns — nnd das alles zwecks eines blinden Schreckschusses? Et tant de broit ponr noe Omelette? ׳ ״ " Das bayrische Austrittspiel. Von Dr. jur. laaac Breuer. Das Spiel ist eine schöne Erfindung. Es erheitert und zerstreut; es schafft künstliche Spannungen und bringt befreiende Lösungen, ohne daß Krau Sorge ihr grämliches Gesicht mit hineinsteckt; es gestattet die freie Entfaltung unserer Kräfte auf einem Gebiet, das keine Verantwortung kennt; denn dieses Gebiet ist nur Symbol des Lebens, aber nirht das Leben selber. Kinder leben nur ein symbolisches Leben. Daher spielen Kinder gern. Ihnen ist ihr Leben selber Spiel. Auch Erwachsene dürfen spielen. Aber ihnen liegt es ob, genaue Grenzen zwischen!.eben und Spiel zu ziehen. Sonst geraten sic in Gefahr, ihr!.eben zu verspielen. Man mag über den ״Austritt“ denken, wie man will: daß er kein geeigneter Gegenstand des Spieles ist, sollte einem begründeten Zweifel füglich nicht unterliegen. Eine bitter ernste Sarhe ist der Austritt. Ein furchtbarer Mut gehört dazu, ihn hertieizuholcn. Wenn ein Jude dem anderen Juden sagen muß: ״Mit Dir kann ich nicht mehr unter einem Dache leben, im Heiligtum gibt es keine Gemeinschaft mehr zwischen uns, denn Dein Gott ist nicht mein Gott . . .“, oder wenn er gar zu seiner angestammten Gemeinde hinzutreten sich genötigt sieht, um also zu ihr zu sprechen: ״Meinen Vätern warst Du einst ihr Höchstes, ihr Alles, in Dir haben sie gelebt, in ihr