Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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142 die Möglichkeit — Dicht aber der Zwang — zu einer reinlichen ( Scheidung zwischen Neologie und Orthodoxie gegeben. Nun zer* brechen sich Ew. Ehrwürden sofort den Kopf über die Namen, den diese beiden Konfessionen führen könnten und kommen dabei auf den grandiosen Einfall, diese Namensgebung ,,meistbietend zu versteigern*. Ew. Ehrwürden zeigen damit hohe kapitalistische Talente, die sich auch in Ihrer wiederholt ausgesprocbenen-Sorge um den Gehalt der Habbinen nicht verleugnen. Es ist wirklich jammerschade, dass Sie nicht zur Zeit der Scheidung zwischen Rabhoniten und Karaeem lebten. Denn ich bin überzeugt, unsere Grossen, die ohne Bedenken den Namen Rabboniten annahmen־ um sich dadurch von ihren bisherigen Brüdern, die das alte Glaubensbekenntnis »!»geändert hatten, scharf und deutlich zu scheiden, sind auf die geniale Idee der Versteigerung nicht gekommen. Da wären Sie denn aufgestanden und hätten mit Ihrer Frage nach dem Namen, dem Trennungsgedanken, dem Wunsch nach Klarheit und reinlicher Scheidung, das Odium der Lächerlichkeit anzuheften gesucht und vielleicht, vielleicht wäre durch Ihren Spott der Gedanke— Gedanke geblieben. Die Verfasser der Riehtlinien könnten sich bei ihrer Extrahierung des Wesens des.Iudentums auf das Beispiel eines innerhalb der jüdischen Religionsgesellschaft verbliebenen Anan berufen und die Toleranz und der Gehalt der Rabbiner wäre nie in Klage gestellt worden. Aber lassen wir einstweilen das Problem des Namens oder überlassen wir es Ihnen und kommen wir endlich zur Sache. 1) Gibt es grundlegende Lehren des Judentums, durch deren Leugnurg'ln Wort oder Tat man sich ausserhalb der jüdischen Bekfnntnisgemeinschaft stellt ‘' 2) Welches sind dieselben? 3) Ist diese Leugnung bei einem Teil unterer heutigen Juden gegeben? 4) Wenn ja, ist die staatliche Anerkennung der Doppelkonfession anzustreben oder genügt der Austritt? Die Behandlung dieser Fragen wollte Dr. Hohn mit seinem Artikel in Gang bringen. Die Beantwortung der Frage scheinen Ew. Ehrwttrden prinzipiell zu bejahen. Sie schreiben nämlich gegen Schluß Ihre* dritten Artikels: ,Daß es Grenzen gibt, steht außer Frage. Diese Grenzen können wiiksam nur geschützt werden von einer großen Gottesfurcht, einer großen Weisheit und einer großen Liebe. Möge Gott uns bald den rechten Mann senden*. Diese Worte wären ein recht