Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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134 *!!gesprochen werden, von der Orthodoxie als קורסות'©*. — leb möchte an dieser Steile gleich bemerken, daß dieses Urteil niehts mit der Person des Verfassers za tan bat. Er mag als Mensch, so'edel sein wie nur je einer geboren wurde. Die Bezeichnung trifft nur seine Ideen. Und die Orthodoxie bat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, mit ihrem Verdikt nicht zurfickzuballen, am wenigsten wenn derartige Gedanken von einem Manne ausgehen, der als guter Jebudi gilt. — Doch um wieder zu unserem Opfer zurückzukommen — aber sehen Sie, Herr Dr, es dürfte niemanden gelingen die maimonische Opfertheorie, nach der das biblische Opfergeäetz nur eine Prohibitivmaßregel gegen den heidnischen Opferkullus war, unter uns Juden wieder heimisch zu machen, am wenigsten aber Ihnen. Denn wenn man Maimonides entgegenbalten wollte, dal) nach seiner Erklärung in unserer Zeit, da der heidnisebe Opferkultus geschwunden, auch die biblischen Opfer jede Berechtigung verloren bitten, so könnte er darauf antworten: An und für sich stimmt das. Aber da Gott diese Lehre fest• gesetzt, so steht nur ihm ein Abiinderungsrecbt zu. גתבפל המעס לא נהגסלה ועליה. Sie, Herr Dr., könnten diese Antwort nicht geben. Denn wenn Sie die Engel, von denen Sie selbst eifrigst naclige* wiesen haben, daß sie nach der biblischen Lehre reale, himmlische Wesen seien, später (d. b. doch wohl zur Zeit Dr. Jampels?) in Israel nur noch als eine Personifizierung der im Dienste Gottes stehenden Nalurkrifte gelten lassen, 80 zeigen Sie ja, wie unerjcbttlterlich für Sie die Bibel da steht י). Ja noch mehr.. Der הםיאתלת m"tV, der dem Asosel in die Wüste geschickt wird, gilt na« h Ihrer Darstellung als Abfindung l*ines—zü Unrecht -für real gehaltenen Wesens, beruht also auf einer irrigen Anschauung der Bibel. Doppelt Grund für Sie, Herr Dr., die Stellen über das Opfer aus unserem Gebetbuch zu streichen. Auf diese bedenk• liebe Konsequenz, die aus der Ansicht des Maimonides gezogen weiden könnte, macht ja schon Herr Dr. Hoffmann in seinem ') Diese Art des ist übrigens neu. Früher hat man mit Hülfe jener Interpretationsmethode, vermöge deren Sie, Herr Dr., das Wort Gottes an Abraham in eine Idee in Abraham umwandeln, zu beweisen gesucht, dass das, was man nicht glauben wollte, auch nicht in der Bibel stehe. Sie zeigen mit Aufbietung aller Kräfte, dass etwas In der Bibel steht, was Sie nicht glauben wollen Für die Liebenswürdigkeit aber, mit der Sie sich dagegen wehren, dass der Cngelgl^ibe der Bibel belächelt werde, wird Ihnen |eder naivgläubige Mensch aus gerührtem Herzen Dank wissen.