Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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133 Einige Bemerkungen zu Dr. Jampels ״Vorgeschichte Israels und seiner Religion״. Von Dr. A. Debrf (Schluss.) Ja. wenn wir genau Zusehen, so finden wir sogar in diesen Worten, daß nach der Meinung Kainbans — und das gleiche gilt von Kascbi') — nicht nur in Bezug auf die Ausführung sondern sogar zu dem Opfer selbst (dem zweiten, von dem die Thora berichtet!) ein Befehl Gottes vorliegt. Wenn wir auch von dem ersten Opfer, das Hebel darbraehte, dieses nicht nach weisen können, wir also annehmen können, daß es auf sein natürliches religiöses Bedürfnis zurttckzuführen ist, so dürfen wir dennoch, nach Dr. Jampel selbst, nicht glauben, daß jene ersten Opferer, beide Männer *der unverdorbenen Urzeit, in der der göttliche Funke alle Menschengeister durchleuchtet, hat*, von der Vor• Stellung ausgingen, daß Gott ״sinnliche Bedürfnisse* habe. Doch wäre auch nur Hebel und erkennt der Herr Dr. nur in ihm einen Vertreter jener ,allerältesten Periode, in der die Anerkennung des ungeteilten alleiuigen Gottes herrschend war*, nun so muß es ihm schon dieses eine Opfer Hebels unmöglich machen, den ״anthropopatischen Charakter des Opfers als einzige Grundlage der Opfer״ anzugeben. Nebenbei bemerkt, sieht auch Herr Dr. lioffmann sich nicht — wie der Verfasser behauptet — genötigt, ״die ersten Opfer von I 4,3, besonders das Opfer Kains als an• thropopatisch anzusehen״. Vielleicht dürfte es sich empfehlen, eia Buch genauer zu lesen,-wenn man ihm derartige Gedanken unterschieben will. Es wäre Dr. lioffmann nie auch nur im Traume eingefallen, zu behaupten, daß Hebels Opfer auf der Vor• Stellung beruhe, daß ,Gott sinnliche Bedürfnisse habe und man ihm dementsprechend irdische Objekte als Geschenke darreichen müsse.' Dazu ist Dr. Hoffmann zu orthodox und zu wenig .wissenschaftlicbV Doch auch Dr. Jampels eigene Theorie, nach der er in der Urzeit den göttlichen Funken vermittelst der reinen Ver• nunft alle Menschengeistcr durchleuchten läßt, dürfte von der Wissenschaft schwerlich eskomptiert werden. Mir scheint, daß Dr. Jampel sich zwischen zwei Stühle gesetzt hat. Von der Wissenschaft wird das,, was er geschrieben hat, als orthodox ') Rasch! zu I 8,20