Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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132 ־1 Man vergesse nicht, daß in dieser Bernessang des Wertes der einzelnen Buchstaben and Worte ja gleichzeitig auch eine un• endlich reiche, traditionell stets anerkannte Quelle der Halachah liegt. Es beruht also 7c* auf derselben Grandlage, wie halachischer r1"־. Ja seihst der Zahlenwert der Buchstaben spielt ins halachiscbe Gebiet hinüber und wenn der Talmud sogar die Frage aufwirft נושי״קץ -ן הודיה סדין, so dürfte wahrhaftig ein orthodoxer Jude nicht mehr von Zahlenspielereien sprechen. Um nun einer der hervorragendsten ״רז und ם*ד Beispiele zu bringen, 80 sei auf die Unterscheidung hingewiesen,, welche die talmudische Bibelerklärung., in der jeweiligen Anwendnng des vTerhuchstabigen Gottesnamens oder in 2*אלק findet. In letzterem erblickt sie den Ausdruck für den Kcchtsgedanken, mit dem der Schöpfer sein Verhältnis gestaltet, in .dem ersteren die Liebe. Nebenbei bemerkt ist dies das A und O der ganzen jitiisrhen Mystik Wir schließen nun diesen Kxcurs unter folgender Zusammenfassung: 1. Die vier Deutungsarteu der heiligen Schrift sind tradiert. Alle sind daran gebunden, die Wirklichkeit der in der heiligen Schrift mitgeteilten Tatsachen unbedingt vorauszusetzen. 2. rrc setzt eine genaue Kenntnis der hebräischen Sprache voraus. Manches erscheint uns als ד־ש, weil uns diese Kenntnis abgeht. 3. Die orthodoxe Bibelerklärung geht von der Voraus- Setzung aus, daß sowohl für die Halachah, als auch für das Esotorische als Erklärung von Gott selbst gegebene Andeutungen in der Bibel vorhanden sind. Diese Andeutungen jedoch sind nur dann verbindlich, wenn sie auf Tradition beruhen. 4. r־ im weiteren Sinne ist. die Summe dieser Andeutungen. tc ist die aus ־דל geschöpfte Darstellung der Beziehungen zwischen Gott und Welt. Es möge hierbei noch erwähnt werden, daß ידז noch eine andere Bedeutung hat, die Anlehnung von Behauptungen an Bibelstcllen, ohne eigentliche Beweiskraft zu beanspruchen (etwa exemplumi. Kehren wir nun zur Darstellung des Verhältnisses zwischen Talmud und .Mystik* zurück, so wäre zu untersuchen: Wie denkt der Talmud Uber das Gebet nach Berechtigung und Wirkung y ,