Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 4 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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128 }eiligen Gedanken, welche die Erfüllung einer religiösen Pflicht begleiten sollen und so dieselbe zu einer Vertiefung der Beziehungen zum Schöpfer gestalten. T)ies gilt jedoch nur dann, wenn dieselben nicht dem Einfall eines noch so begabten Menschen ihre Entstehung verdanken, sondern auf Tradition l»eruhen. Aus den zitierten Stellen geht zum mindesten hervor, das der Talmud das Vorhandensein einer esoterischen Deutung der heil. Schrift kennt und dieselbe inhaltlich anerkennt. , Man "vergleiche zu 1 noch יסנץ zu Genesis I: .סעשה ב־־אשדת שוד עסוק . . , סם* יקבלד. עד ס״ע־ד ■»י רגנו־ד zu 2 Kaschba und Itilva zu Sukkoh II 28 a. Eine weitere Spur dafür, jlafl die alten Zeiten auch eine esoterische Deutung der heiligen Schrift kannten, findet sich in Midrasch rabbah zu Numeri CCLXXI1I. Es kann aber nie genügend bervorgehoben werden, daß trotz der esoterischen Deutung. der Talmud es sich nie einfallen ließ, die Realität der in der Bibel mitgeteilten Fakten und der dort geschilderten Personen anzu• zweifeln. So unterschied er sich himmelweit von den Allegoristen und Symbolisten der späteren Zeiten. Wenn sie vier Deutungsroöglichkeiten der heil. Schrift zuließen und zwar: 1. crc zunärhstliegenden Sinn des Wortlautes; 2. *•דיו die nach den 18 bezw. 32 Deutungsregeln gegebene Interpretation des Wortlauts; 3. סל' Hinweis auf eine esoterische Deutung; -1. שוד Esoterische Deutung, so wollen sie die Gleichberechtigung derselben damit aussprecben, aber niemals damit sagen, daß die Resultate der einen Methode die der änderen negieren oder aufheben soll. Excurs: Wir sind hier an einem.Punkte angelangt, der Veranlassung zu einer größeren Abschweifung gibt. Denn wenn auch durch die oben gegebenen Andeutungen nacbgewiesen wäre, daß der Talmud einen gatiz-., bestimmten Begriff von dem Inhalt der .שת- תו*ד batte und denselben rezipierte, so würde vielleicht doch unsere Zeit bis tief in die Reihen der Orthodoxie hinein denselben verpflichtende Kraft aberkennen, da dieselben ,nur* agadiscb seien. Es ist deshalb eigentlich im Rahmen dieser Darstellung auch eine Diskussion der Agadah notwendig; allein da diese Materie außerordentlich umfangreich ist, gedenken wir