Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 2 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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sein, denn sonst war«• ja «las (jottesburh selber nichts anderes als ein für beschauliche Sablmtstunden bestimniTes־־ erbauliches Traklätlein. Hier muß vielmehr eine Wissenschaft zu Worte kommen, welche die höchsten Problem«! jüdischer Krkenntnis um• fallt: eine Wissenschaft, die nicht erbaulich verwert«»!, sondern, gründlich studiert sein wilL l'nd wie gründlich hat der alte .leschurun «lies«• Wissenschuft studiert. Ausdrücklich hat er in der Funleitung zu den ״(Irundlinien einer jüdischen Symbolik“ betont, dali die Krkenntnis der von der Thora aufgestellten S\ mh<>I«r'־^das umfassendste Studium, den weitesten l'mblick, die ruhigste lfesuimeuheit, dte^ selbstverleugtiendsü* Hingebung“ verlangt; und jeder, der einen Thoraabschnitt zu ״einem bloßen Spiel «les Witzes und des ״(leist■ reichseins“ verwertet, der galt in den Augen des alten .leschurun nicht als ein Mann von (leist und Witz, sond«»rn als ״Flachkopf und Possenreißer“. Jawohl lieber Leser, als ״Klachkopf und Possenreißer“. Der all«: .leschurun hätte denselben (iedunken auch ״vornehm«•!•“ aus• drücken können. In «lein grollen Wörteibucli dieses Stilkünstl«׳rs gab es neben Dornen und NVsselu auch Hosen und Veilchen Wenn aber der alte Jeschurun ärgerlich war — das kam nicht selten vor — dann ließ er die Hosen Hosen, di«» Veilchen Veilchen sein und er warf mit Dornen und Nesseln um sich Darum sagte er lieber: ״Flachkopf und Possenreißer“._Man kann sich nun 1111• gcfälir vorstellen, wie jemand, der die iiomilie so tr'Hgisch ualun, daß er die höchsten Anfor«lerung«‘11 der Wissenschaft in ihr«‘ Ite• handlang .stellte, von d<»r Aufstellung eines (legensatzes zwischen Homilio und Wissenschaft, wie sie auch heut«: noch. in manchen Kreisen-der deutschen Orthodoxie üblich ist, g«‘urleilt haben mag. Kr stand mit seinen Wissenschaftlich«*n Ausführungen m> ziemlich allein Man kann nicht sagen, dass der Jeschurun Schul•- gemacht hat. Nur Wenige standen treu un seiner Seite. Populär war er nicht. Seit wann ist ah«*r Popularität ein Kennzeichen der Ur&88c 5׳ Die, öffentliche Meinung segelte im Fahrwa>ser der offiziellen ״Wisenschaft des Judentums", während Hirsch mit seiner Jeschurun-Journalistik unbeirrt auf des (lottesworles 1n«*ertiefem Urun.le nach den (loldkörnern götllirher Weisheit späht»•