Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 2 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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KR Krörterung dieser Fragen nur gelegentlich befaßt. Kr zog es vor, seine Leser gleich in medias res zu führen und ihnen ohne lange methodologische l’mschweife zu zeigen, wie inan es machen soll Und welch riesige Arbeitskraft hat er an seine homiletischen Aufsätze gewandt. Da sind u. a. tiefgründige, weitausholende Untersnchungen über ZizifTT' Thefilin. Mila, Stiflshüttc usw. Kann, darf man diese Arbeiten mit dem Worte Homilie erledigen? Droht aus diesem so harmlos, so weihevoll anmutenden Worte nicht ein versteckter Angriff auf den religiösen, göttlichen — homiletischen t'harakter der Thora selbst!׳ Feber die Krgebnisse jener Untersuchungen mag man denken, wie man will. Fm ihr metliodologisches F 11 11 d a ment jedoch_kann unmöglich diskutiert werden, ohne daß damit zugleich das Wesen ries •Judentums und 'die ־IHteräfisehe ' Kategörn“ seiner'' nokönnt nlsscTirift'en zur Diskussion gestellt würde. Hier gibt cs nur ein entweder — oder. Kntweder versteht man unter jüdischer Wissenschaft die Summe aller in der Thora niedergelegten Krkenntnisse, dann ist jüdische WissenschafHdentiitrh'mit jüdischer Keligion; oder man versteht unter jüdischer Wissenschaft die Summe aller aus der Kinhcziehung der Thora in den Kreis des außerjüdischen Wissens resultierenden Krkenntnisse, dann ist jüdische Wissenschaft eben nicht identisch mit jüdischer Keligion und jede Keschäftigung mit dett in der T bora niedergelegten Krkennlnissen nichts anderes als erbauliche, homiletische — Spielerei. Man braucht diese Alternative nur gründlich durchzudenken, um einzusehen, wie hart der fast ironisierende Hegriff der Homiletik an .סעור und אפיקיישת grenzt. In der Tat haben die homiletischen Artikel des alten Jeseburun ihn keineswegs gestört, sich selbst, als eine streng wissenschaftliche Zeitschrift zu betrachten. Was andere über seine Ziziß• Forschungen dachten, war ihm ziemlich einerlei. Ihm genügte es, daß in der Kihcl die Schaufaden eine ernste Holle spielen, um sich zu Hetrachtungen über das Wesen des Symbols, Uber (■rundsätze einer s\mbolischen Hermeneutik usw. angeregt zu fühlen. Der Satz, mit welchem die Hibel ihren Schuufäden- Abschnitt einleitet: ״(iott sprach zu Moscheh wie folgt‘• stach dem alten .Icschurun so gewaltig in die Augen, daß er ohne weiteres überzeugt war: in diesem Abschnitt kann unmöglich etwas kb'ines. etwas banales, etwas homiletisches ausgesprochen