Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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herantrilt, kann von seelischen Vorbedingungen keine Hede sein — sondern umgekehrt die Wirk untren zu ergründen, die vom Judentum auf die Seele nusgehen, und damit eine Krage zu bffantworten, die schon im zweiten der ״Neunzehn ♦triefe“ (S. 7 aufgeworfen wurde: ״Was werden Menschen sein, die den Inhalt dieses Huches als ihnen von (!ott geotlenbarte Lehenshoden und Hegel erkennen״. Siml erst einmal die seelischen Wirk 1111 11 ־1 ״ des Judentums erkannt, daun mag uns ein rückläufiger Schluss auch die seelischen < י r 11!1 d I a g e ig des Judentums entschleiern• Der umgekehrte Weg wurde hei dieser Helitrion niemals zum_ Zi»de fuhren. , . Die zweite 1 iefahr, die hei einer religiohspsvcliologischon ■ Hrforsrhimg d!׳s Jiidelit'liins zu vermenien wäre, tiesünde in einer mtttitioiMtdetr-Verkennung des Zwerkes der jüdischen Heligiön: Jlierbei wären zwei Hxtreme n><•<;]ich: auf der einen Seite die l'eber- .Zeugung dass die Kordcruugcii des Judentums letzten Hildes den Menschen zu wel+4k*rhtigei Askese erziehen wollen und auf der anderen Seite die angenehmere Vorstellung/der Zweck des Judentmns sei. seinen Bekennen! schon das irdisch!* Lehen zu vorschonen und ihnen durch Befriedigung ihrer seelischen Hodiirfnisse ein glückliches Dasein zu verbürgen. Beides ist falsch. An die Zurückweisung des ersten Hxtrems hruuehen wir nicht viel Worte zu verlieren. Wird ja seit Jahr 11 ml Tai: <ler weltfreudige, loheulicjuhetidc tdiarakter <les Judentums in allen Tonarten gefeiert und ■ein dicker Strich gezogen zwischen der aufmttelnden 1'rcdigt des alten und der niederschmetternden des neuen Testanieiits. Schwieriger ist es, die Hinseitigkeit des zweiten Hxtrems zu durchschauen. Hs hat nämlich in der Tat den Anschein, als oh der Zweck des Judentums sei,־ den seeliseheirttedlirfiiissen des Menschen durch Befriedigung seines irdischen t iliieksverlangens tt'iv d"IHI ■Ul i״T li—imte di‘1 immer-wiederkehrende Verheissung verstanden werden, Israels Treue zum tiesetz werde di!• Hrde zum l'aradics gestalten ׳־. In Wirklichkeit ist alter das Jinjentuni sehr weit ciitferht davon, die <iliickshediirfnisse des Menschen, hlos deshalb weil*-sie vorhanden sind, ohne weiteres als herechtigt-Hiizuerkennen und ihnen, ohne au ihren Wurzeln Kritik zu üben, unbesehen den Anspruch auf Befriedigung zu vindizieren. Das 1 iegenteil ist {•ichtig> so gründlich und scharf das Judentum