Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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״(iesammelten Schriften“ S. 203 f. und auf den Kommentar zum 2. lLM.:lf>2. Nun war aber Hirsch der letzte, der seiner eigenen Theorie eine solche Feberzeugungskraft zutraute, um kraft ihrer inneren Notwendigkeit diis l'nterlassen des Tragens am Sabbath al> den Auduss eines lienkzwangos zu fordern. Ihm war es lediglich darum zu tun, den .א*ס — הוצאד der (iedankenwelt des Judentums haTinonisch eirtziiordnen. Jedoch über die Länge des Wege>, der von einer innerlich geschlossenen (iedankenwelt zu 16bendigem religiösen Tun, zu w irklicher praktischer .Frömmigkeit fuhrt, hat er sich niemals getäuscht, Wpnn das Verbot des Tragen> am Sabbath das ״symbolische ־Krkennungszeichon“ ist, welein s ,.dein (iott für die W eilte und Heiligung deiner Tätigkeit in drinen mrt1»rhtmgftenllMnhufttTd1rn Hi?.ichüiigi'ii ■1111 Saldi,Uli gisilf" tot‘1, dann verriete es ei/ien holten tiräd von Naivität, sich einzubilden, man müsse, bevor man am Sabbath sich das Taschentuch um •len le ib bindet, zunächst einmal die soziologische Herechtigung dieser Theorie erforschen. So ist es wahrlich nicht gemeint. Wem die K in p f i n d 11 11 g fehlt,!lass eine I'ebertretung des א״סלי צאה^ die Heiligkeit des Sabbaths verletzt,dem ist nicht zu helfen. Aus welchen Kleinodien diese Kmpfindung sich zusaminensetzt unter welchen Kediugungen sie verharren uml verlliegen : — das festziistelleu fielt! eben in!len Aufgabenkreis einer Keligionspsy־ rhologie des Judentums Kine miissige 'S|>ielerei wäre eine solche Feststellung keineswegs. l'ngeahnte Perspektive» in das Wesen des Judentums, in die (irumllagen der jüdischen Frömmigkeit wiinlen sich uns erschliessen; mul auch die Motive des Abfalls würden aus dem Hereich vager Vermutung iit!las Licht issenschaftlicher Krkenntnis geruckt. I'ml wer am meisten dabei gewänne, das wären Kanzel .uml Katheder.■ Womit operiere» diese beiden seit Jahr uml Tag, womit können sie operieren? Mit Waffen, die ihnen der Zufall, eine Laune, ein Traum, eine Ahnung reicht: mit Waffen, die ebenso oft versagen, wie sie nützen.' l>as wäre anders," wenn Abfall und Treue durchsichtige Hegriffe waren. Sie könnten es sein, wenn es eine Heligionspsychologie des Judenlunis gäbe. Wer'eininal Lust hatte, uns■ das Judentum von seiner religions|1>\ch(t]><l׳ischen Seite aus zu zeigen, sähe sich freilich vor eine