Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 5/6 (3.1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4899998-4932209-4932326--589-4900558- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Welt! In tinlocn «kmcintwn II» H Litte, bat hinter den Männern mt« den Tbororollen die Kinder mit Fähnchen einberziehen. um »um Ledlut reich drlchenkt abzuzieden. 'In anderen «emeinden verteilen die Erwachsenen an die Kinder Bonbon« und andere Lotigkeiten. und überall ist die» der einzige loa, an dem die Jugend sich im Gotte«. Hause ntch» so muck«mäu«chrnstill verhalten mutz, auch die Mädchen dürfen deute hinunter in die ..Männerschul", Fürwahr. in jedem Falle ein erfreulicher Bbschlut der Festeewochen! — Lollt« aber eine« von Such all dies« schdnen Gebräuche nicht kennen. so iaht Sure liehen Sltern diese Zeilen lesen, und ruht und rastet nicht, dt« li« Such zuliebe wenigsten» einen Teil davon in Surem Hauke einfübren Sinrr der Sltern. Baker oder Mutter, tennt fl* sicher noch au« der eigenen Kindbett und weit, welch berrlich« und unau«lüschlich« Srinnernngen sie für da» ganze Veden in sich bergen! Sur« Tante Lust. D Die wunderbare Gefd)id)te von Rabbi Sachur. Sin dedräilche« Märchen von Eh. M Lach«. Srste« Bild. Bor alten Zeilen, da lebte im jüdischen Land« ein sehr sroickmrr und gelehrter Mann, namen« Lackur Sr verbracht« den Lag last immer im Gebet« und Studium der heiligen Lehre. Dadurch wurde er so weis«, daß er mehr von Himmel und Srd« ersorlchte. al« irgendein Lterbltcher in seiner Zeit Sinmal aber klavvte er keine ehrwürdigen, dickleibige» Bücher »u und wunderte mit einem Stab« in der Hand zum Ltadttor binau«. Da gelangir er zu goldenen Behrenleldern und buntblumigen Wieke» Bus diesen waren gerade Zchnittermädchen n.tt Llng und Lang dabei. Heu au» dem iatttg-grünen Kalen, zu mawen. Der Rabbi schaute ihnen eine Weile zu. dann schritt er weiter. Rach einer Ltund«. al» er eine leichte Hüde erstiegen batte, gelangt« er zu den Weinbergen. Wie berrlich leu bieten doch die grünen, rdten und blauen Drauden im Sonnenschein! Mädchen und Burschen mit Scheren. Körben und Kieven liefet' geschäftig aus und ad. Andere standen bet den reisen Reden und schnitten ki» dedutsam vom Stocke Die erster«n aber lxgve» sie zwilchen sattgrün« Weinblätter in di« Tragen und Kdrbe. Dabei langen, lachten und scherzten sie aber so recht nach Herzentlust.- neckte» und riefen sich einander allertei toll«« Zeug zu. wie e» der Iugendlust entlvringt Wiederum blieb unier Rabbi stehen und schaut» Land. Reben und Menschenkinder an. Die ersten beiden fand«» Wohlgefallen h,t ihm. Aber di« letzteren gar nicht. ..Leichtsinnig, jugendlich Volk", murmelt« er unwillig. ..weit nicht, wo« ihm wahrhaft not ist. Denkt nicht nach, ist leichtsinnig larglo». und verscherzt sich über der irdischen FrdhlichkBt zuletzt noch da» Leben zukünftiger Seligkeit." .Leichtsinnig Volk. Torrn der Welt", schalt er nun ganz laut: aber der »«lang der Win^r und Winzerinnen verschlang lei» Schelten. — Unwillig verliet Rabbi Lackur hi« Gsad« de» Weinberge». Sr nahm leinen Weg wieder adwärt» und gelangt» in die Selber. Aus eine« derselben »ras er »ine« ehrwürdige« »rei» an. Der stand gebückt an seinem Lbalen und «rub mit grate« Siler di« Sr de um. Dobel »iuerten aber leine Hände manchmal vor Schwäch», und er atmet« mit Beschwer. Sodann hotte er einen jungen I«hanni»br»tbaumsvrbtlt«g au« einem Beet« und »klanzt« ihn in den Boden »in. welchen er lo müdlam «mge-