Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 9/10 (15.7.1926)
- Date
- 1926-07-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4899998-4932217-4932312--411-4900388- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kiu^c K• ipfs.ficn ink.Ii. warten. ..Sieh mal. Mama." I.ai Me /u mit ges.igt ,.1’eler hat mich eigentlich doch mir als'kmd gekannt Wer weih, ob ich ihm recht l’iii. s<> wie 1J1 geworden Imij." Darüber konnte ich sh beiuhigcii. denn er schwärmt von ihren lirieten. die ganz .niete ts waren, als die Hnefe der >ehwestern und lir.mte seiner Kameraden. Wie gei..de Ine eloji in unserer Wadehcii/.e it der Wen vor uns und wir schwer hat es die lugend heute. Audi die Männer Idi weilt mir wirklich keinen Rat. Aber i iiser guter D<>tt hat uns Me geschickt, meine liehe I ie iineln■. Me werden midi he raten und uns a»eh linier /ur Mite stellen. Idi ha he la von Kindheit an / n Ihnen aiilce sehen Wenn ich Me doch nur endheli mal w ie eie rse Ile ii und mir alles vom Mer/cu n den konnte Mas.wäre /n schon. In alte r I iiiniilM.li.itt Ihre Lisa > i 11 e r b s t ln.» J I »u m II >e an ihre >ehw age tu, Iran V. II I >e sie t josw nia ' I Ie i/liehen I»ank für Deine /eilen und . i »eine i ihiekwimsehe /u l’eters Verlobung mit I »einer Sklile l'iimi lullte, wer sieh ewig bindet! Ich hm über/eilet, dal', I iselotte v Kummer die Rechte tut ihn ist I igeulhv.li hatte teil gar nicht mehr aui eine Mlivi lecertoehter gehoiit. denn, im Vertrauen ees.ij, l’etel hatte Hot/ I elltll Lübeckers Seil rotier, man kann wohl s.ice n. ungezogener Absage immer i">eh au du gelungen Irot/deiu ich ihm immer s.i.;te Sie hat I »idi nielit geliebt. sonst konnte sie Der Slern Novelle von M. Das Hegrabnls des Vaters. I s wai ein Hübet I lei bsttac'. dicht lag der Nebel uhi i eie in I amlstaelte heil, elas ui der dunstigen I litt eiieii v e t se IiI.iK neu liiieltuek machte. Sonst lagen um ehe se /eit lloell me istens ehe l'ewollller im Heit, ahe t heut benschte trotz der Morgenfrühe ein Ie ges leben all) eiet Il.lliptsttalle Viele scliwai/-, .ekleielete Menschen stamleii wartend vor eitlem stattlichen Hause I in sehwat/ verhunzter Leichenw.icen tulii vor. ehe Itacer traten ein und trugen einen cinl.ivhcii Hielte i s.n g he raus. I s war die sie i bin In Hülle eles Ralael l'liiin eie s reichsten lind ul’Ci se Ile lisle ll jüdische» Dingels. elell I)lall zur ewicen Ruhe n.ieh eie m entfe IUte n . t lottesacker tu.iehle >chhich/en ertönte, eine altctc I ran trat aus eie m I lause. Ce tolct von eine m hochgevv achseiie» Hinten Vfamie und einem lunglingc. Ihr Vntlitz war v ie .ms stein ce hallen, statt voll Schmer/, der keine I laiu taiiel Iht t"lgle e ine andete weibliche lestatt l.mt sjihidi/eiul und haiidernutend. I imce I lallen tu aC hte n letztere /luiiek Ul die Wohnung. ii.de s die eiste, ohne siv ll iiadi eiet I .issiingslosui Uin/UM he n vv eite tschntt I »Ie cetalhe Wurde der \e Ite tvn bilde Ie einen seltsamen Kontrast /ll eiet lauten hilflose n Vrt eie i lungeren I »lese war lllt stie itic eine Scholle-I lall hl Weinen foruihe.il auf eelost. eeute sie wohl llllst,inele gewesen Mitleid /u ei wes ke ii. d,s.hl.ic nt den /»Cell der sie trösten eie '' I lallen etwas das jedes lllllfuhlel.de Wort Ullf de I /unce ersterbe ii Ile It Sie kannten sie alle, w uh teil Was tut Viihlage» de t lote Cecetl die einst von (»ich nicht aus diesem (iruudc aufgeben. Was war denn geschehe»? I »ie Hurscheuschaftcn hatten beschlossen. kimftic jedes Mitglied auszuschließcu, das eine Jüdin oder Larbigc heiratet. W ie l’eter aber aus sicherer Duelle wußte. lag keine Absicht vor. ihm aus seiner langjährigen Verlobung mit Lditli Lübecker heute einen Vorwurf.zu machen, Ts war doch nicht der einzige derartige Lall, in jenen wüsten /eiten dachte man eben über vieles anders. W as tut Ldith L.V Sie fragt l’eter: ..Hast I »u I »einen HuiieJesbruderii gegenüber schriftlich Protest erhoben oder hast Du ihnen einfach I »ein Hand zuruckceschickt?" Als IVter ganz betroffen meint, dazu lace doch kein (irund vor. zieht sie ihren Verlobiingsriiig ab und sagt: ..Ich bin keine Christin und keine f arblose." Darauf geht sie fort und lädt alle seine Hriefe unbeantwortet. Da das Mädchen sehr kirnt ist. wird sie wohl cefiihlt haben, wie schlecht sie und ihre bamilie im tirunde zu uns paßten. Sie soll jetzt auch verlobt sein, mit einem Juden, einem Rechtsanwalt. Lr soll Demokrat sein oder Sozialdemokrat und politisch von sich reden machen. Das ist ja heute überhaupt das Schlimme, daß so viele l »berufene mitregieren wollen. Reinhard meint, die nächsten Rcichstagsw alilen werden W andel schaffen, tiott iteb's! l’nsere Schwiegertochter saitt auch im Volke stecke eine tiefe Sehnsucht nach den alten /.eiten: sie hat es von ihrer Jumtier. Also wollen wir. trotz allem noch nicht geklärten. den Kopf nicht hangen fassen. In steter Liebe Deine l.isa. Wally Hamburger der Blums. I rank. I Im. ihm verlotterte I ran in seinen Lieberphantasien geschleudert hatte. Sie kannten die Dualen der Reue, die Sehnsucht nach der verschollenen Tochter, die bitteren Selbstv orw lirfe des V erstorbenen. Nein, aus einer I ran. die so handeln konnte, sprach nicht die I rauer um den geliebte» Mann, es w ar die Augst vor der Zukunft, die Lurcht des (iewissens. die sie so erbeben und jammern ließ. Sie war unfähig gewesen. die Schrecken des Krankenzimmers zu ertragen. wenn der V erzweifelte. Schwerleidende nach der Verstoßenen rief. Lin einziges Wesen gab es. das Jen unglücklichen Mann beruhigen konnte. Lrau Ikrta Rosenthal. seine Schwester. Immer wieder versicherte sie ihm. daß Rubel, seine Tochter, gewiß nicht dem (ilaiiben der Väter untreu geworden sei. trotz ihrer Mischehe. Die Ducht der Nichte aus dem l Iternliaiise hatte die Schwester dem Hruder entfremdet, und erst sein leidender Zustand brachte sie wieder naher. Ts war jene Trau, die entgegen ' der dortigen Mitte, es sich nicht nehmen ließ, ihn zur letzten Ruhestattu zu geleiten. Der junge Mann au ihrer Seite war ihr einziger Sohn, der als Arzt in einer entfernten Stadt lebte und gekommen war. dem Onkel die letzte Llire zu erweisen. Als Witwe eines Lehrers hatte sie es ihm unter schweren opfern ermöglicht, studieren zu können, und er vergalt es ihr durch treue Kindesliebe. Der Jüngling mit dem zarten Knabengesicht er hatte kaum das Kindesalter überschritten war das einzige Kind des loten aus zweiter The. Tin Kind noch, als die I ragodie seiner Schw ester, die er liebte, vor sich 4 Jidbcb« fraiMit. werbt Hir MDlt ttfdbcfee Fr«*"!