Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 7/8 (15.5.1926)
- Date
- 1926-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
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z'ugc^zu seligem Lächeln. „Wurst." flüsterte er gemlirif ..l nd Brot und >peik! Kasia. wie jjui I Ml Inst . . Mas Letzte klau.; s^hon undeutlich, er hatte vben den ersten ungeheueren Bisse» in den .Mund gesteckt. „Will iitelit der InJe »messen?" fragte die hirue >'!>d tat dahei sehr harmlos. Aber die hrnuueii Alicen Hit/teu sehadentroh. ..I s ist genug für Heide lind . Hell fur Heide!>■ sinnmi :---- •irollend st.md Mosehko allseits und seine f auste (lallten »ich unv» illknrlieh. In ihm wütete der (irimm und dies um s<> gefährlicher. weil er Iningri« war. I *u Inst ein scliliihtes, Imshafles I >i»«." sagte er und hat dicht au das Mädchen heran. ..Ilundshliit!" rief die I »irne gellend. „II.iw rilo. kannst I »u ruhig .mlioren . . Aber llaw rilo war Mel /u sehr beschäftigt: von der Wnrsi w.ir i.ist. nichts mehr ,u sehen. „tian/ schlecht'" fuhr .Moschko fort. „I Mi hast nur deshalb Wurst gebracht auid Speck aut das Hrot •gelegt, damit ich nichts davon essen kann . . ." „Aij Inch habe ich «ar nicht gedacht!" rief das .Mädchen. ...An einen solchen luden denke ich niemals.. Und dann butten wir vie tte ic hFeiiic Tiidisc11e ki*cluu ftir I Meli aufnehmeii sollen V „Mas habe ich nicht verlauft." war die Antwort. .Ich habe I teilten Herrn gestern gebeten. daII er mir zwei hartgesottene f ier schickt und einen kleinen I atb Hrot l nd in meiner tiegenwart hat er es Ihr auiglrage» Also, warum hast I Mi es nicht getan,?" ...Ach was'" sacte die Mime schnippisch, aber rot war sie doch geworden. denn sie fühlte ihr l »- reclit. „Wenn man sich merken sollte, was der Alte Alles bdiehlt . . . I ebrigens. es ist nun einmal gescheheiuund w enn I Mi nicht hungrig bleiben w illst . ." ..Nie hat U'eclil. fiel llawnlp ein. I nd gutmutig lugte et hm/n: „I Mi begehst wirklich keine grolle -""de. fMe Wurst habe ich «an/ «e«essen und den -peck \oiii Hrote. I nd Hrot ist auch nicht Med mehr da I iir diese paar Hissen wird Mich Mein tiott nicht strafen V' ..Mas Kehl Mich nichts au. I Mi Presser.“ erw iderte .Moschko «nimm«. „Mas habe ich mit meinem (iott selbst .nis/i,machen. Aber ich fordere, was mir gebührt. I tu. .Mädchen, wirst nur zwei liart«esotteue I ier brin«cn und ein «rohes J»luck Hrot. sonst I r ballte die I allste und trat all sie heran. Mancher Mann wäre da zuruckgew ichen. denn Moschko machte in solchen \ii«eiiblicken einen etwas unbehagliche» I mdriick Aber die kasia war eine mutige I tirne 1 rot/i« v> arf sie den Kopf '/muck und streckte eile I aaste cor .Wenn es eine Andere lim will meinetwe«en AIht ich koche Mir nichts und briu«e I ir nichts, «ar nichts'" Sik.Ii einen .-clmtl lr.il Moschko vor und seine lauste' hoben sidi Aber dann lief! er sie wieder s.uken. I raiien/tmnicr. ' murmelte er verächtlich und «in« au die Arbeit I Me kasia blieb verdutzt stillen Manu nahm sie rasch den korb auf und «m«. Nach einigen Nclinlteii blieb sie sieben und wandte den köpf zurück, als wollte sic etwas sa«eu. Aber dann eilte sie rasch ela voll*. Ws sie verschwunden war. machte sich Ihi WosMiko eine andere W irkuu« des lliri«ers bemerkbar. er wurJc sentmii ntal. „Ni schon!" seufzte er-, so dick' und dahei so schlecht! Höre llawriloV Meute >chvvester verdient wirklich nicht, d.dl * iotf\ sii so schon und schwer gcm.ulit hat'" [ Itawiilo horte des liin«lm«s kla«e nicht mehr, f r v 11 vc hip t \ bm aut der h.ilbgi hobt |U u I n le sein h'.isii»- Stündchen. Seufzend zo« Moschko seinen Ledcr«urt cn«er und streckte sich dann «leichfalls hin. Weil aber nicht bloß (irimm und Sentimentalität aus dem Ma«en kommen, sondern auch 4fe TfSttmerso läßt sich denken, welche unbehaglichen Gesichte den armen (iesellen quälten. Lin I raum war besonders lebhaft und fürchterlich. Ma sah er sich im Wagen des r Hinteren Simon (ialeenstrick hilflos Chorostkow «eschleppt. über ihm der unerbittliche Türkiscli- «elh. mit den Armen immer weitere Kreise in der Luft beschreibend, den Umfan« der Braut anzudeuten. der er ihn zufiihrte. Aber da sie mm in Clmrostkow waren, wehe! wie häßlich und mager war Rosel Sprniz.es! Üben wollte er sich entsetzt abwenden, als eine erfreuliche Veränderung an ihr sichtbar w ard. Irzi« liirkiscligelb hlies sie aus vollen Hacken an. und immer dicker ward sie dabei und schöner. Darum auch immer ähnlicher der Kasia und — es war die Kasia selbst, aber als er sich ihr näherte, da scliwan« sie plötzlich einen Teller voll Wurst lind Speck wie ein Wurfqesclioü «e«en ihn. daß ihm die «anze Besclierun« an den Schädel ilo« und da klirrend zerbrach. _ Mit einem An«struf fuhr Moschko empor — das Klirren hatte er so deutlich gehört! Mas war kein I raum «ewesen! Aber als nun der Bursche sah. woher es rührte, da dünkte es ihm erst* recht ein lieblicher Traum. Nichts auf der weiten Welt hätte ihn so sehr erfreuen können, als was vor ihm stand. I'nd was war'sV Min Korb. Und in dem Korbe i'irt iiuikclua«elncucm Holzschiissclchen vier liier, ferner ein Salztönnchcn und ein Laib Hrot. beide ungebrochen. <ianz wie er sich’s «estern erbeten. Nur daß hier vier liier lagen, anstatt der zwei, die ihm von Rechtswege» zukamen. Mas übersah Moschko mit einem Blick und sprang jählings auf. um noch den Spender zu erspähen oder., wie er hoffte, die Spenderin. Aber w eit und breit war Niemand zu sehen. Nur fern, durch die Aecker hin. sah er den kleinen. - braunen Lysko traben, den Hirten des Itliua. Hatte die Magd den Knaben zum Boten erwählt V Lr setzte sich hin und aß behaglich. -.Was ihn da Meute, war freilich zunächst das lissen seihst. Aber daneben sättigte es ihn auch, daran zu ^denken, daß die hübsche Mime ihr Unrecht eiugesohen und es sogar durch die doppelte Anzahl liier gesühnt. Mas lockte'ihn noch in ganz andere Gedanken hinein. Und als er längst wieder neben Haw rilo bei der Arbeit stand und mit ihm die schmale lilsenhander in plumpen Mustern auf das Tor nagelte, dachte er noch immer an die Kasia. lis müssen eigentümliche (äed.mken gewesen sein. Mcnn plötzlich ließ er den tlainnier sinken und fragte heftig: „Wie kannst I Mi I »eine Schwester in einem solchen Hause lassen?" llaw rilo blickte erstaunt auf. ,\Va-as?" „In einem Hause, wo der llrbsolin bisher jede Magd zu (irurtdc gerichtet hat!“ „Meine Schwester richtet er nicht zu Grunde. so ‘clion und schlau er auch ist Von der kriegt er Prügel. aber keine Liebe. Uebrigeus. was geht es Mich all?" Auf dies.' begreifliche frage gab Moschko keine Antwort, weil er selbst keine wußte. Rot'wurde er dahei auch, zu seinem .eigenen Lrstauneti. Lndlich meinte er zögernd. „Nun weil ich Mein Kamerad bin. Natürlich warum sonst?“ 14 Jüdische Trauen. »erH’lur „Oie Indische Tran“!