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Die jüdische Frau · 1926-05-15 · 7/8 (15.5.1926) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
7/8 (15.5.1926)
Date
1926-05-15
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Geist und MacOt. HumoriNtiSkhc Skizzev«m l. Half r. Ks war im Mitte-Ialtcr in jener /eil. als Raubritter und andere Mesellcn die Kaufleule beunruhigten. die zu Markte z»Ken. Knie Imu /eil auch für die Juden, Ich muH von einer mittelgrolleii Mandelwtadi erzählen. die von vermögende» Juden viel bewoluu war und nicht /um geringsten ihr Anvelien den Israeliten verdunkle. Ks war just un Ijar eines Jahres als ein (iemunkel von Mund /u Munde lief, man könne überhaupt nicht mehr reisen. I>ie MruUen seien von einem gehässigen Rauher besetzt, der sieh besonders gegen die Juden wende. Ihe \ ersjmmlune jüdischer Kaufleute, die sieh diese Itotsehuft zurauiiten. fand nn Mause des angesehenen Mandelsherrn Simon Martleben «fall. Kr hatte die (ilaubetis. genossen insgeheim zu sieh geladen, um des näheren zu erfahren. l'nd nun trat er ctsehroeken hinter einem grollen Kie'henstuhlc im getäfelte» KUzimmer hervor, wo er dem Merichte der Kreunde gelauscht hatte. ..Mas ist für niieh allereJings eine sehr miangenehme Mitteilung, denn teil habe in etwa acht lagen eine unaufschiebbare1’(ieschaflsreise muh Amsterdam vor und muU sollte ich sie nicht unternehmen können, auf schwere Verluste muh bereiten." Man bedauerte und überlegte hin und her aber immer wieder klangen erregte Klage» über fürchterlichen Raub von seiten eines eewlegten Räubers, der jede kleinste Jur dei Juden auskundsch.ifte und nutze. L'nd doch durfte man sich nicht au die christliche t »Öffentlichkeit wenden, denn wer glaubte heute de» Juden oh! es konnte zu schrecklichen Verfolgungen ausarten, sich allklagend zuriickwenden auf die Klager! Man schied mH wiederholten Ratschlagen, die Reise nicht anzutreten bessere /eiten ab/uw arten, lieber den V erlust zu uberw mdeii. Sinnend blieb Simon Martleben in seinem Mause zuriick. >em scharfer Verstand, ganz, dem heillgehebte» Kaufmannsberufe zugewandt, kannte keine Spitzfindigkeit fromme Kltern hatten flute und Vertrauen in seine Seele gelegt. wie sollte er der List und VcrschlaitVuiheit findiger Mosewuhte beikommen? Vor dem Milde der geliebten Mutter weilend, die stets Kintracht mit der l'mwelt gepredigt hatte, schaute Simon trauenden Auges zu ihr hin. „Oh. Mutier, wenn du wuUtest. was Moshcit insgeheim ober uns ausgeheckt fiat, du zürntest mir nicht, ob meines Megnmens du schenktest mir einen Medanketi des Ausweges. ohne MlutverttieUen. ohne l ijrecht von meiner Seite." Ks war nämlich Simon der Kintall (Uichtiu in den Sinn, getreten heimlich scharf Mewaffnete mit/ufiihrcit. obgleich den Juden VV affentragen verboten war. und den l ebcltater nieder knallen zu lassen wie einen boceii Mund. IHntzlich tr.il ein Sonnenblinken die wunderschönen Augen der Mutter und mit dem Leuchten fiel ein Verstehen m des Sohnes Sinn, dall er freudig zurucktr.it. „Mas ist es Mutter, so sei es." In den folgenden Nachteil gingen v ermummte Mestaltcn in Kewisscn Zeitabschnitten in des Handelsherren Maus, und we> in den hinteren Mallen der Lagerhäuser, die dick mit Wattelinen und -wanden gepolstert waren, gelauscht halte dein wäre ein eifriges Hummern und N.hallui uufertullen das Ine' mnntten abgeblendeter Zelle vor de fl ging Mie f reunde schüttelten erschrocken die Kopte als .du Kunde ging, dall Simon Hurtlehc» a-ln l.ue nach der Versammlung m seinem Mause denn,uh abgereisi cel Man betet« manchen heiligen f'sahn zu seinem Wöhle denn der In b« junge Mensch hatte sich breunde erworben, ohne sich N ■ sonders darum zu muhen Simon ritt mit liinl Ins sechs l niergeben«» die Handels, straffen VV^»n und Muster folgten aut Wagen und Iheidett Mret •laue waren sie scharf geritten da tonte ihnen p|ot,l,ch das rabiate „Malt aus dem I tunke! des Waldes entgegen I s war Abend, aber Summ Konnte de» feisten Marschen «lei hinter schonen Kleidern eilte schlechte Seele barg muh reich lieh erkennen Seme Augen luchsten nicht nach den Waren sie stachen durch die laschen der jungen Matidelsbetleiter schielten ihre ficstultvn entlang und machten Mull-wo v«r- Itorgen war. was er wollte Ihe Walle m der Hand des f bekannten Klirrte. ..Jude, herrschte die strenge summ» du und den deinen so» nichts geschehen, auch die Waten konni n hetordert werden. wennolu. d*« llmrtef itr+d wittrg üftTicTcrT die reichlich die lenden dieser Männer gut len W eigen .hi euch aller, dann seien eure I eichen dem I raUc der V og, I eure Waren VV urdigeren als ihr \«-id gegeben Smn.ii lieli sich nicht sogleich abtrurnpfeii Was g,h, euch das Recht Herr, friedliche Juden liier anzuliallen fragt» er f'egulig«ml ruhig vom f’ferde steigend f User« v.hrietenehre Vhult seltne der Räuber, und sdiw ang ein sdiarli s Messel hodi 'in den l.ulteii wahrend aus dem VV aide eine gewaltig« Nlui V»r brechet nadidrangte < lut. s.»g>e s>tn»«ii. .nehmt was ehr verfangt." ..So Schwor«' zucist lüde.' Schrie der I «für- (aller „dall kein I aut von dem. was hiet v.-rgmg le ut>« r «feine Lippen komme dall du sdiw eigen wirst dx»» w iss, sonst seid ihr luden alle des lodes Ich schwöre denn hoch leckte sidi Simone liestult. wahrend man schwer« Ifeiiiel Meid den entkleideten Mi-Iritern ahtiahm ..zu schweigen so lang« ihr sdiwviget l iigem« »i«s iigfachter «J« i Raubet loldc. ..I eher deinen I od hinaus, schrie der Rohling I nj dann waren sie mit ihrer heule Verschwunden f'r.st tu. h einer halben '*lunde Weites w agten sich die kaulleut« wieJer zu atmen, zu reden Ne sprangen von d« n Iller den und dankten t roll tnr die w uiideibare Rettung ihres I «b«ns und ilo«r so ehrlich verdiente» Hube und dev Mildes' I »cs (leides " Simon berief eine V « iSammlung bei s« me i Meimkunlr um) erzählte Irr der Stille der Nacht hell uh .«du face lang Me >>» I. voll tield fettigen, das ganz unten in der I ck« t ilg«,id« VV oi'« enthielt .Mies 1 leid dem sc handlichen Räuber, «fall > r > m. Strafe liabe tut sein I reib» n Von nun ab«! halle» die I net« Ruht vor dem I > I>» o L dieser Mielu-sbande. MoscQko von Parma. Lrzahlum: von Karl l inil Lran/os. (Lortsetzumi.) I.icck Itlina. der I forfkonii; v<in Korowla. hatte t in neues Haus erbaut, richtiger eine neue Mulle ' denn Mauser eiht es nicht in den podolischcn Dörfern. Aber eine stattliche Mutte war es. denn Lenster waren dran and in den I enstern echte, wirkliche, w ahrhaftiic'e < ilasscheiben. Lud die Mutteutnr und das Moftor sollten l.iscuheschlac haben und Schlosser. Anderen Leuten ceumM ein einfacher Unerpflock aus Mol/., und es ist bezeichnend für die Zustande dieser Landschaft, dall seihst diese bescheidene \ orrichtum: selten cenuc benut/t wird. I feiin eerauft und totjjeschlaceu wird viel in I'odohe». alter I>iebsfalil g'eftorl hier zu den Seltenheiten. Anderwärts ist es gerade 1 umgekehrt. was „tan auch Seemmceu der Kultur zu neunen pflegt l nser I htrfkniiii; also wollte es anders haften l ud so kauten die beiden liesellen des N.himeds v >>n Marniiw in das neue liehofle. die Arbeit zu fertigen Atu frühen Morgen halle sie Ix,Wonnen und datum waren sie gegen die zeltufe Stunde regln hungrig und blickten sehnsüchtig nach dem hruhtttal aus After ..b es endlich ancetrabl kam. da verging Je tu Moseltko sein Ap|»vtif. <»der er etjlwiekcllc sielt vielmehr nach anderer Richtung I ferm der Kort» kam auf de» maeliftg'en Scltulfern seiner ritlhuekicen I etndin heran, der Kasia. der Magd dev Jacek Aber ilm würdigte sie keines Mlickts. nur den Mruder l.rehle sie freundlich an „I »a f'rmg ich etwas (lufvs. ‘ sagte sie. „rat einmal, was ' ..f ielsji' rief ttawnbr sgfntupjx rnd l ud als er den Ikckel vom Korbe gerissen ver/ngett sich seine Jüdklw fraaaw. warbt Wir „Dia Ittdbcba Lr»a“! I)

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