Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 7/8 (15.5.1926)
- Date
- 1926-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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MatnatjaQ. \ "ii I r i c d .1 \U-I h m > n n—Lire dar» ..Wie ein Mädchen sicht sic aus,” sagten alle, die sie sahen mit ihrer biegsamen (iesialt. dem /arten (iesicht und den dunklen Zupfen, die ihr schwer über den kucken fielen, l'nd der Manu freute sich darüber wieder und wieder, sd oft er es auch hurte. Aber wenn sie allein waren miteinander, nahm er die Frau in seine Arme, drückte sie an sich und saute bittend: ..Ach. mein Mädchen, wärst du doch ein Mutte reiten.” hinmal. als er wieder so seinen Herzenswunsch über sie hinflüsterte, hob sie den Kopf und sah ihm in die Atiuen: ..Hab' noch ein weniu (ieduld. Lieber, bald werde ich eins sein.“ I >a richtete sich der Mann in freudigem Schrecken auf. schob die Frau ein weuic \on sich und so. als ob er uar nicht waueu wollte, sie an/urühren. bat er leise: ..Sau' es noch einmal, wenn es wirklich wahr ist." Dann kniete er \or ihr hin und nahm ihre Hände in seine. Fr konnte kein Wort hervorbrinuen. aber wie er sich über sie bettete, spürte die Frau, dalt ein paar heilte Tropfen ihm aus den Auuen fielen. I las Kind kam. ..Matnatialt" nannte es der Vater. ottesceschenk". Fs w uchs heran — lieblicher mit iedem l au. und die Zärtlichkeit der Litern und vieler Freunde mneab es wie eine köstliche Schutzwehr. ..Matnatialt. Licblinu." saute der Vater, als die Zeit hinuinu. ..welchen von allen deinen Freunden möchtest du zum Mann haben?" Lachend schüttelte sie das Köpfchen. ..Aber Vater, wozu denn einen Mann? (iehoreii nicht wir drei zusammen. Mutter, du und ich?" Daran hatte sie noch niemals ucdacltt. dalt sie nicht beieinander bleiben sollten. Der Vater aber fühlte seine Kräfte scliwinJeu. lind er wollte, wenn es mit ihm zum Sterben kam. dann w ürde auch die Frau nicht lanuc mehrleben können. Dm nun dem Kind etwas uanz Liebes zum Abschied zu schenken, baute er ihm ein Häuschen im Wald — ein kleines Häuschen, aber um darin zu wohnen, warm und voller Licht, wie es für Matnatiah palite. Fs stand von dunklen Tannen ihmueben inmitten einer Waldvv lese. Dann uab er ihr einen kine. der aus vielen keifen lose zusammenuekettet war. und die Mutter schenkte ihr eine ebensolche Armspanue. .kinu und Spanue sollen dich beschützen, “wenn wir nicht mehr da sind." sauten sie. Dabei hielten sie alle drei einander fest muschln,,- ,'en wie vor einer Innuen Trennunc l'nd an einem Moruen. bald nachher, wachten Matnatjahs Fiter» nicht mehr zum Leben auf. Matnatjah nahm Abscied von ihren Freunden und 7-ou in das Waldhäuschen. iKirt wurde ihr Schmerz sanft, denn sie fühlte die beiden Vater und Mutter immer nahe. Dazu kam „och. dalt sie draulien mit allem innlu vertraut war: die Fichhornchcn. die sonst, wenn ein \Nanderer durch den Wald ui»u. eiliu von Haut» zu Hann, durch die höchsten Zweiue spranuen. liehen sich am Stamm herunter uleiten und blitzten mit ihren blanken Aeuuleiu Matuutjuli zutraulich an Ken, keil lief davon, und kein Vocel verstummte, wenn sie sich /eiute Zuweilen ueschah es ihr. dah sie au die Freunde dachte, die früher uemeint hatten, sie muhten jeden lau mit ihr zusammen sein. Sun waren schon viele laue veruauuen. ohne daU einer von ihnen sich uezeiut hatte. Nicht, dah sie nach ihnen sicli hauutc: aber wundern wollte es sie doch iiiaiiclmial. wie sehr alles sich ueandert hatte. Fines laues, es war um die Mittaus/eit. und die Sonne stand hoch, lau sie unter einer I anue und dachte an den Freund, der ihr von allen der liebste uevvesen. Ihn hatte sie uer» w lederuesehen und jetzt, ohne die uhriuen. so meinte sie. muhten sie ernander noch besser verstehen als früher. Da plötzlich knurrte ihr Hund. Fr richtete sich auf, spitzte die Ohren und beuuuu zu bellen. Als Mntiiatjah nach der l rs.iehe seiner Aufrccunu mnhcrspühtc. sali sie den Freund, als ob ihre <icdankcii ihn herheiuc/ouen hatten, dureli die I anneu näher kommen. letzt hatte der Hund ihn erkannt, und nov.li wall rend sie aufspranu lief er schon mit wedelndem Schwanz uuucdiildiu ihm cnlucücu War es die Sonnenhitze, die dastiesiclit des Freundes u.rotet hatte? l'nd warum kam er denn nicht wie früher mit offenem HI ick auf sie /u; I ist zouerle Mal'iatjah ein weiiiu. als sie ihn so verander' sah. aber dann war die Freude in ihr dov.li urolte1 als das Lrstauuen. Sie streckte ihm beide Hand-, etilucucti und blickte ihn herzlich au „Das ist lieb von dir. hier draullen mich zu besuchen." saute sie und schob .ihren Arm zutraulich ui seinen. ..Komm, wir uehen 'hinein. du bist heil’ vom Weu. und drinnen ist es schon kühl." Als sie dann un sanfte» Damuicrir beisammen sahen, wollte Matnatjah von allen, die sie in der Stadt kannte, hören. Aber auf ihre Frauen uab der Freund mir uerinuen Hescheld, und sein scheues Wesen änderte sich nicht. ..Was hast du nur?" traute schhehlich Matnat,ab .druckt dich eine Sorue?" Fast schien es nämlich als ob er zum keden überhaupt nicht kommen Türmte. Aber Matnat iah erinnerte sich, dalt es auch (ruber manchmal lanue uedauert halte, ehe es ihr uehnutm wollte, mit ihren Hittcii ihn aufziiscltlielien t ml schon war es dann immer' >" eben wie zwischen zwei Menschen, die uanz vertraut miteinander sind „Wie uut." dachte» sie „wie uut wurde es sein wieder einmal zu »puren, dalt jemand mich heb hat " l ud von diesem (icdalTkeii wurde ihre Stimme n«»ch sanfter, uanz unwiderstehlich „Weiht du. weshalb ich zu dir uckoimncn bin -'" saute er da endlich. Sonderbar war diese I raue »o schien es Mutnutjah weshalb sollte man dem nicht zu seinen Freunden uehen. nur weil e» einen danach verlanutc? I iel*er wollte sie darauf u-«r nicht .nitworNii urad ihn reden lassen, nun erib«ch endlich einmal heunnnen. ..Melleicht kannst du mir helfen, habe ich ue dacht I tu weiht doch, ich muh berühmt werden Ich muh ein u rolle» Werk schaffen Aber che ich S Jtfdbcbc Fraite«. werbt Iffr „Ute ÜfeUurbc Fra«“!