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Die jüdische Frau · 1926-05-15 · 7/8 (15.5.1926) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
7/8 (15.5.1926)
Date
1926-05-15
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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taler Malerei, außer dein sicbenarmigen Leuchter sic erkennen konnte, wurde .>„e,■,* ■» ->-> ■kauch l'ientestaltcn. ja sogar invti'ol"t'>sb.> —eil he Mlii/e trugen. und unter den strengsten Strafen -Neben den vielen Fremdefn, die in Venedig dem durften sie nach A\e Maria den ihnen überwiesenen Leben entgeigeuzugehe» hoffte» und doch dem grau- VV olmplatz. nicht mehr \ erlassen. Sie mußte» sich samen Leiden erlagen, ruhen hier die armen w ie die auf dem luseichen San Mierouuno niederlassen, m angesehenen Familien der einheimischen jüdischen (icmeindc. Der hohe Rang so manches tüchtigen Mannes ist in Stein verewigt. Isaac Pcsaro Maurogordato war Metttbro del governo di Venezia IMS. kein einzelner Fall. Während des provisorischen Regiments, da Venedig sich unter der Diktatur Daniele Manins zur Republik erklärt hatte, war Maurogordato l'inanzmiuister gewesen. Schon vorher waren drei Juden in die Koinmunalverwaltung gewählt worden. Das erste Dokument, das die Hebräer in Venedig erwähnt, ist ein Dekret des Senats vom Jahre d-45. in welchem den nach dem Orient segelnden Kapitänen verboten wird. Juden oder andere Kaufleute dort eiuzuschiffen. Nach der Froberung von Konstantinopel ließen sich jüdische Familien dauernd im Schutze des Maggior Consiglio nieder, und zwar zuerst auf der Insel, die man damals „Spinalouga" nannte, ein Name, der erst nach dieser Finwauderuug in das heute geltende ..(iiudecca" umgewaudelt wurde. Auch deutsche Verfolgte flüchteten in der Zeit der Kreuzzüge nach Venedig. Fs war vielleicht Handelsinteresse der Republik, daß mau den l.e\antinern, zu denen auch die Juden von Korfu gezahlt wurden, dieselben Konzessionen, dieselben kaufmännischen (iarantien. dieselben Verpflichtungen und den gleichen bürgerlichen Schutz zugestand wie all den anderen, welche den Weltmarkt zw ischen Orient und Okzident so erfolgreich vermittelten. Frst Jahrhunderte später wurden sie in den (ihetto gesperrt, nachdeyn sic dem Staat, der ihnen (iastfreundschaft gewährte, durchaus Fhre gemacht hatten. Ob das Wort talmudischer Herkunft ist — übet: Absonderung — ob. was einleuchtender, italienischer Borgo: Borghetto .ob noch anderen Versionen ent - sprechend, ist mit absoluter Sicherheit nicht festgestellt.' Die Sache bleibt dieselbe, es deckt sich dämit der Begriff eines engen, schmutzigen übers ölkerten Judenviertels. Längst sind in Italien, wie überall im kultivierten Furopa, diese erzwungenen Wohnstätten aufgehoben. Am II. Juni 17W fielen in Venedig die (ihcttoschranken, und das (jebiet wurde in Contrada de»' Unione umgetauft. Die Hebräer genießen seitdem die selbstverständliche Freiheit jedes unbescholtenen Bürgers, überall dort ihren (ieschäfteu nachzugehen. wo es ihnen irgend beliebt. Und doch hat in Venedig und in Rom die arme Judenschaft eine traurige Vorliebe für das einstige Ouartier beibehalten. — In der Libreria vecchia, der heutigen königlichen Bibliothek dem Fremden wie dem Finheimischeii wird die Benutzung gern gestattet -. findet man manches (jcschichtswerk mit interessanten Daten zur Fntwicklung Venedigs. Vor allem ist hier zu erwähnen : „Venetia, Citta Nobilissima e Singolare. Dcscrltn» in XIII Libri da M. Francesco Sansovino. Om Pri\ilegio. In Venetia. Aprcsso lacomo Sanviviuo MDLXXXI.“ Hierin ist die folgende Beschreibung des Judenzwingers enthalten: „Im . Jahre . N.M wurde den Juden \erboten. . irgendein Haus in der Stadt zu besitze». I s scheint, daß man sic im Jahre Mlb in ein \erschlossenes (iehlet gesperrt, damit sie sich nicht tun den Christen vermischen konnten, und damit man einem Ort. (ihetto genannt, in welche» mau durch zwei Iore gelangte. In der Milte o4-vm Platz, ringsherum stehen die Hauser. uitJ des Abends Allheiten die Unter die Iure» mit Schlüsseln zu In der Mitte des Platzes hetiudet sich eine Herberge unter der Aufsicht eines vom Publikum bezahlten Burgers, der beauftragt ist. zu untersuchen, ob die Pfandscheine in Ordnung sind oder nicht, ob gewuchert wird und die Kapitalien ausgezalilt werden, damit arme I eilte und die Frauen nicht unter Betrügereien der Aus leilier zu leiden haben. Diese haben blühende < ie schalte und sind sehr rcieli und leben lieber m Venedig als in irgendeiner anderen Stadl Italiens. Denn sie leide» nicht unter < iew altt.itigkeiten und I vraunei wie an anderen Orten, sondern sie leben in ruhiger Sicherheit bei der Ausübung ihrer (icschaltc und genießen (ierechtigkeit gegen jedermann. In einem derartig außergewöhnlichen Frieden erfreuen sie sich dieses Vaterlandes wie des gelobte» I .indes selbst Fs war sehr weise von der Republik, solch ein Heimatsgefühl zu erwecken, und es war menschlich daß nach folgendem Satz gerichtet wurde: ..Im I alle irgendwelcher Vergehen sollten die Schuldigen bestraft werde», die I »schuldigen aber sollten tu ihrer gewohnten Sicherheit mul Freiheit verbleibeii.“ Noch heute liegen am Cannaregio der (ihetto vecclüo und der (ihetto uiiovo. und hier befinden sich oie fünf kleinen'schulen der Israeliten. Der I etnpto l'-raelitico spagimolo. schon I(S von l.oughciin er baut, zerfallt ui zwei Abteilungen, m den Portoghe.se und den I.e v aiilino. habe» doc h die V erfolgungen unter Ferdinand und Isahclla und Philipp II fast alle Juden von der iberischen Halbinsel vertrieben Außerdem gibt es zwei deutsche und eine ilalieiiisclie Scuola. Von außen sind die Hauser, die lehov.t geweiht wurden, höchst unscheinbar. au den limpel Salomos erinnern sie kaum Indessen die liebets.de zu denen inan über enge Stiegen gelangt, sind mehl nur merkwürdig, sondern auch malerisch und nicht ohne Kunstgetuhl geschaffen In der Scuola Porto gliese bewunderte ich einen schonen allen Kronleuchter nictallo di Coimto wie der kustode stolz erläuterte. Die vielen brennenden .Ampeln zum Angedenken Verstorbener, eine ewig brennende l ampe am Altar rief die phantastischen I ormeii der katholischen Kirche was.li. Holländische . l auuheu. (iouiez de Silva. Aboaf de I I.indes, haben Prämien gestiftet, welche brave Jungen, nachdem der Pentateuch in Prozession dnrs.li den I einpelrauin getingen ward, tun guten I imahiinngen erhalten In einem anderen Saal wirkt die gefelderte Decke aus Holz, ein wundervoller Chor mit gewundenen Bolzsauleii. in der I orm lenen des Ikiunuschen I aber nakels in S. Pietro vergleichbar, fast zu schon und schwer für eleu kleine» und gedruckten Raum Iler Haupt Wohltäter für die Juden um heute in Venedig war Sir Moses Monte höre Ir hat eine Schule, einen Kindergarten gegründet, diu feierte man dankbar au seinem >oo (leburtsiag wovon eine I.deI viel >cboncs melden weiß Bei der oben nugcfuhrlen nicht schmeichelhaften Beschreibung des S.msoviuo muß man in I rwugumc ziehen, daß Holz, aller menschenfreundlichen Behandlung den luden "die me isten Be rufszweige ge sperrt lilie ben Kunst und Handwerk zu Ire ibe •< war i JttdhclM Franc«, «erb« llir ONc KtdWtM Fraa“!

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