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Die jüdische Frau · 1926-05-15 · 7/8 (15.5.1926) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
7/8 (15.5.1926)
Date
1926-05-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Oder doch mehl fremd? — brau Mändelcs Augen waren noch jugendlich und klar und scharf: und doch rieh sic sie jetzt wieder und wieder mit den mageren l'ingern. Aber das llild wollte nicht weichen. War das cm I lehertraum? ha war ja Merschcl zweimal. I 11)111.il \v uer n l«l mir n-it mul Iinimitjv >1 whi.ii ~ und einmal, wie er gewesen, früher. vor ein paar fahren noch. hie drei waren un Umgang der Stube stehen ge*. blieben, als wohl. II vii» d> r krault »•» Fr in '/.öl l.issi'ir stell au iiiren Anblick /II gewöhnen. Nun kamen sie langsam naher. Nein. Handele schalt sich selbst eine lorm. has war ja ein ganz Lreinder. ein Deutscher noch dazu, in einem kurzen Wams. Aber warum schien der fremde junge Mensch so aufgeregt? Warum ging sein Atem so keuchend, als die anderen beiden ihn fast mit tiewalt naher zu ihrem Stuhle zogen? Und auch Merschcl ihr wirklicher Merschei seine Stimme zitterte, als er jetzt sich zu ihr beugte: V I remder is er. a Verwaister. Mammclc liebes, willst a bislach gut mit'm sein?" Im Verwaister? her Arme — wohl. wohl, sie batte l.iebc genug m sich, die reichte wohl noch für einen mehr, neben den eigenen Vier sollten ja tunf sein, wenn alles richtig ..Wie heißt er denn. Iiingeln?" ..Nathanael bin ieh genannt." has klang ganz deutsch, ganz, fremd und doch was diirchiuhr sie nur aus dem 1011 dieser Knabenstimme? l’nd aus seinen Augen? hie er letzt zum ersten Male soll zu ihr aufschlug, has waren jedoch Merscheis Augen! I nd noch mehr die eines anderen, langst gebrochene so blickte doch ihr toter Mann .. Iizchnk!" flüsterte sie aut einmal leise und \ er wirrt im Andenken an ihn. I »er tiemde Knabe beugte mJi sehen über ihre herabhangende Hund ha aber sehne die Kranke aui: ...Mci Kind, mei kleines, serlass'nes meines ja. ja. ich tulil's ja. hier drinnen un Herzblut fühl iji’s!" Nie ich und fast besinnungslos fiel sie m ihren Muhl zurück, wie einer, der lange, lange mit allen Kräften und Sehnsucht einem Ziele zugestrebt, und i im da das Ziel erreicht ist. fühlt, daß die Kräfte ihn verlassen. Aber (duck macht stark. Nie hatte Nathanael gedacht., daß aus Menschenhand! n so viel Oliiek strömen könne, wie jetzt aus den zwei abgezehrten die so nmig seinen Kopf au stji druckten, me hatte er geglaubt, dalf vor einer Menst.heiistmmie so leicht und fluchtig alle Schwere vergehe, das sein Metz bedruckt, alle \ ereiiisaniiing von ie skIi m tiefes, seliges (leborgeiisein losen könne I t war bei seiner Mutter! Von all den I.ihren der Scluisueht erzählte sie ihm. die sie hier auf dem Muhl gesessen, .gelahmt und gebannt, harrend dalf doeli einer daher käme, ihr Kunde zu bringen von dem so klein Verlorenen. Verlassenen, dem Kinde, das ihre l.iebe me vergessen Ihrem Körper hatte die Krankheit jede Mevvegungsfreiheit geraubt aber ihre Meie hatte immer lind immer wieder die t.hialen teuer Heimfahrt ililieheilt. da das Wasser mehr und mehr Meilen /wischen siv.li und ihr kleines Kind gelegt. Wo irgend ti rn am l fet eins geschrieu. vv ar sie zitternd zus.iiiiiih ugefahreil. als wäre es das ihre. Nun etidhv.li losten siv.li für Nathanael die K'atsel. gaben sie Antwort auf die I ragen, die er s,> oft im leben suli gestellt' Meli Imigcle incins. wo a niilis. h Weib is vom I’olen. was e rwartet ein Kind. so darfet sc net »über nach Preußen dem gerad' in jenem Jahr hat gehört die Stadt thoni. Damals haben gcprachert de Könige hin und her mit de polnische Händen, a jed' Jahr anderes. Der St^t dort _ erluphi ihr neL—W arum? s Kllidlech mocht wer n gebor'n un nachher sich anmaUen. zu sein heimisch drüben. Weil mer aber sein gewe'n arme Leut', un der Vater hat sich »ich woll iLJassen entgehn den Jahrinarktsverdiensl. sein mer trotzdem »über. Un de VVachtleut* liab'n erkannt unter mei groll Tuch. daß ich schon trag' mei Jüngclc unterm Merzen. Mab' ja selber geglaubt, ’s hakt' noch Zeit bis nach der Meimreis'. Un dann bei tiott. nur verstecken liab'n mer ja dich woll’n. Der Vater hat gebettelt un gefleht, aber jenner. der hatherzige Mann hat ein net gelallt zurück. Mat doch net gedurft eingestehn. um was er wollt' gehn zurück. Ich hah' auigeschrien: ..Lrbarm' sich, mei Kind! mei Kind is geblieben!“ Zu spät immer schneller liab’n abgestoll'n de Schiffer. Und dann — dann bin ich geblieben elendig von der bahrt auf dem feuchten Kloß, un hah* nachher daheim gcmullt zuschaun. w ie der Vater hat sich geplackt lag und Nacht: un de Kindlach alle noch a su klein un hilflos. l'n an unsere Merzen liab’n gefress’n Vorwurf und Sorg' um dich, das allerkleinste, (iezittert un gebarmt hat me Tag und Nacht, ob un mochst noch sein am Leben. .(Schluß folgt.) Qätsel-Ecke. Zwei Scherzrätsel. 1. IS-enthaft Wochen und währt doch nur zwei I age. 2. W elcher König hat ebenso geendet, wie er begonnen? Doppelrätsel. Ich weil! so manchen schonen Ort. Hin dort daheim, war noch nicht dort. Wo mag das sein? I.s führte einer viele hin. . Lr sah es ganz, war nie darin. W er mag das sein? x Bibelrätsel. . Suche sieben zweisilbrige Wörter: I. Schwester des grollten Lehrers der luden. >. Zwillingsbruder eines unserer Stammvater. .1. Mensch, der zur Zeit der Sintflut lebte, -t. Wozu der Altar im alten Tempel, diente. 5. Lieblingsfrau Jakobs. f>. Lrster Hohepriester. 7. Leind Mordechais. Die Anfangsbuchstaben dieser Wörter, der Peilte nach gelesen, ergeben einen (iegenstand. der sich in jedem jüdischen Maus befinden soll. Rälselauflösungen aus voriger Nummer. I Patsei Moses schlug mit dem Stab au den , Leisen und es floll Wasser. Patsei: Die Monate des jüdischen laltres. erst un 7 Monat haben wir Posch-hasclianah. 1 Patsei: Lin Lsel. I Kr falsche Prophet von Moah war IJilcaitt. welcher den Lngel nicht sah. Nach einer Sage wird Messias auf einem Lsel reiten, und dal! du kein Lsel sein willst, ist wohl auch richtig. .Oft« Awih fwv Kmtf* \*m Vi«(frW4

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